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Warschau: Gemeinsames Totengedenken in Militär-Kathedrale

Warschau/Berlin, 14.11.2011: Zum zweiten Mal fand auf Einladung des polnischen Militärordinariats in der Kathedrale des katholischen Feldbischofs ein ökumenisches Totengedenken statt. An dem Gottesdienst nahmen neben dem deutschen Botschafter Rüdiger Freiherr von Fritsch, einem Unterstaatssekretär des polnischen Verteidigungsministeriums, polnischen Militärgeistlichen beider Konfessionen, Soldaten der polnischen Streitkräfte sowie der Bundeswehr katholische Gläubige der Hauptstadt teil.

  

Die Kranzniederlegung, fand – wie das Militärordinariat in einer Pressemeldung mitteilte – in der Luftwaffenkapelle der Basilika statt, in der auch der im April 2010 zusammen mit Staatspräsident Lech Kaczynski tödlich verunglückte polnische Feldbischof Tadeusz Ploski bestattet ist. Ploski hatte sich sehr um die Beziehungen zwischen der polnischen und der deutschen Militärseelsorge verdient gemacht.

Das Gedenken galt ausdrücklich den gefallenen deutschen und polnischen Soldaten beider Weltkriege (in denen hunderttausende Polen auch auf deutscher Seite gekämpft hatten) sowie den Gefallenen beider Länder in Afghanistan.

    

  Erklärungsbedürftig erschien, wie aus dem Text des Militärordinariats hervorgeht, der besondere Charakter des deutschen „Volkstrauertages“ („Dzien Żałoby Narodowej“),  für den es in Polen keine direkte Entsprechung gibt. Hier wird, wie in den übrigen Ländern der ehemals verbündeten westlichen Staaten, am Nationalfeiertag der Gefallenen gedacht.

9. Mai 1945 - Tag des Sieges


„Kriegs-Weihnacht“ – ein Rückblick

In früheren Zeiten wußte man, dass klug geführte Kriege kurz und siegreich sind. Hugo Grotius belehrte Festlandseuropa zu Beginn des 17. Jahrhunderts über die grundlegenden Unterschiede der politischen Aggregatformen von Frieden und Krieg, welchletzterem alles Recht, jede Gesittung und Moral, ja sogar die Achtung der göttlichen Herrschaft abhanden zu kommen drohte, wenn man ihn nicht in einen rechtlichen Rahmen stellte: „De iure belli ac pacis“ hieß die von Grotius verabreichte Medizin, unterschieden wie Himmel und Hölle, aber geordnet. Frieden oder Krieg – tertium non datur. Und beides zugleich kann man nicht haben. Weihnachten ist da eine Nagelprobe.

Eine Kriegsweihnacht war 1914 von keiner Kriegspartei vorgesehen. Allesamt sollten die „Krieger“ bis zum Fest wieder im trauten Heim bei den Familien sein. Bekanntlich kam es anders. So kann es nicht verwundern, dass man sich im Schnelldruck hergestellter Pamphlete bediente,

                   

um die Heilige Nacht – wenn auch räumlich getrennt - in trauter Einheit von Heimat und Front begehen zu lassen. Oder die Soldaten der Front begegneten dem geborenen Gottessohn quasi „by the way“, in einem  Abbild heimatlichen Erlebens.

                                           

Im Folgejahr wurde klar: der Krieg wird dauern. Und er kostete viele Menschenleben und die Gesundheit zahlreicher Soldaten. Die (religiöse) Deutung verschärfte sich. Der schwäbische (kath.)Landesbischof von Keppler sei als Beispiel für viele angeführt: der Krieg in seiner Härte bleibt ungeschönt, wird aber als Fingerzeit göttlicher Belehrung gedeutet – wider die religiöse und moralische Erschlaffung der Gesellschaft, als Mahnung zu einem „tieferen“ Ernst, als ihn die bürgerliche Idylle süßer Glockenklänge wiedergeben könnte. Motiv: das heilige Paar mit dem Kind auf der Flucht.

          

Keine himmlischen Chöre, keine Hirten, keine Anbetung der Könige.

1916 offenbart, wahrscheinlich ungewollt, ein Propagandablatt den „moralischen!“ Zerfallsprozess, dem Weihnachten an der Front (und jetzt auch der Heimat) ausgesetzt ist. Die englischen Scharen sind auf eine „Flügelpuppe“ reduziert, die desinteressiert wegblickenden Feldgrauen ein Christbäumchen als Angebinde offeriert.

                                                                   

Der Umgang der Amts-Kirchen mit dem Glauben „im Weltkrieg“ war wohl einer der entscheidenden Faktoren für die Abwendung der Massen von der christlichen Tradition.

                                            

 „Kriegsweihnacht 2010“: zum zweiten Male anerkannt, diesmal sogar von der Kanzlerin. Die Verbündeten jenseits des Ozeans zelebrieren „A Soldier´s Silent Night“.  Chaplain Ted Berndt von der Episcopal Church, ehemaliger Marine, präsentiert 100 Jahre amerikanisches Soldatentum im Kriege.  Von den himmlischen Heeren mit der göttlichen Friedensbotschaft kein Wort. Und ein Betrachter meint:

May “A Soldier’s Silent Night” transcend any opinion about this war or any war, and go deeper to foster an appreciation for the selfless sacrifice and courage of The United States soldier and their families.”

Über die Weihnachtsgrüße  an  deutsche  Soldaten im Einsatz möge sich der interessierte Leser selbst ein Bild machen, seien es die beiden Leiter der Militärseelsorge oder der Generalinspekteur, der Verteidigungsminister oder „Promis“ aus der Welt der Unterhaltungsindustrie oder des Fußballs.

Vielleicht haben die Herzen der Kinder immer noch den besten Zugang zur umfassenden und unverkürzten Weihnachtsbotschaft des Friedens Gottes mit den Menschen. Sie sind Menschen seines Wohlgefallens. Wer hier „nachrüsten“ will, besuche etwa die szopki (Krippen) in der alten polnischen Hauptstadt Krakau. Da kann man wieder das Staunen lernen! 

Toujours y penser, jamais en parler!

Die alljährlichen Ritterspiele anlässlich der Schlacht Polen-Litauens mit dem Deutschen Orden (OT) bei Tannenberg/Grunwald am 15. Juli 1410

 

nahmen in diesem Jahr nach Pressemeldungen offen folkloristische Züge an. Die Staatsoberhäupter Polens und Litauens, Bronislaw Komorowski und Dalia Grybauskaite, als Gast war auch der Hochmeister des Ordens, Bruno Platter aus Wien, anwesend, versuchten dem 600. Jahrestag der Schlacht einen neuen Sinn zu geben. Der polnische Präsident Komorowski meinte, damals sei es zur Konfrontation zwischen zwei Konzepten der europäischen Zivilisation gekommen. Der Deutsche Orden habe auf Bekehrung mit dem Schwert gesetzt, die Gegenseite auf das Recht jeder Nation auf Andersartigkeit. “Das Christentum soll durch Bekehrung mit friedlichen Mitteln, nicht durch das Schwert verbreitet werden”, sagte Komorowski. Diese Idee sei 1410 eine Zäsur in der Geschichte Europas gewesen.

                

Das verstehe, wer will. Denn knapp 200 Jahre vor der Schlacht hatte Herzog Konrad von Masowien und Kujawien im Vertrag von Kruschwitz, der durch die entsprechenden  Bullen von Rieti (Papst Gregor IX.) und Rimini (Kaiser Friedrich II.) sanktioniert wurde, den Orden um Missionshilfe gebeten – nach dem Grundsatz: getauftes Land – erbeutetes Land. Nachdem Pruzzen und Litauer auf diese Weise dem orbis christianus eingegliedert waren, war der Deutsche Orden nur noch ein Hindernis für die imperialen Attitüden des vereinigten Litauen und Polen, zumal für einen Zugang zum Mare Balticum.  

Die Rede von einer Zäsur dürfte auch bei der weiteren Geschichte des Doppelstaates  Probleme aufwerfen. In den Jahrhunderten des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit tat sich Polen-Litauen – das ist unbestreitbar – durch erhebliche Toleranz gegenüber den europäischen Juden hervor. Die Gegenreformation nahm hingegen auch in Polen Maß an der Praxis der mitteleuropäischen Mächte. Auch Muslime und Orthodoxe bewerten ihre damalige Geschichte anders. Kurz: Geschichtslegenden und historische Tatsachen geraten in unauflösbare Widersprüche. 

Inwieweit die vereinigte Rzeczpospolita, deren Herrschaftsgebiet sich auf das Gebiet zwischen den beiden Meeren erstreckte, jeder Nation das „Recht auf Andersartigkeit“ gewährte, sei dahingestellt, da die Vorstellung einer ethnischen Nation für die Gestaltung der europäischen Staatenwelt dieses Zeitalters ohne Belang war. Das änderte sich grundlegend im allgemeinen Nationalismus des 19. Jahrhundert, der die Zweitrangigkeit nationaler Minderheiten praktizierte oder doch zumindest vorbereitete. 

Die eigentliche politisch-psychologische Nutzung des Grunwald-Mythos hat hier ihren durch und durch artifiziellen Ursprung. Er diente dem Großmachtanspruch des wieder zu errichtenden Polen, eines ethnisch-polnisch dominierten Vielvölkerstaates, der darum – wie die Geschichte seit dem 11. November 1918 gezeigt hat -  militärische Konflikten mit allen Nachbarstaaten hatte, dessen Staatswesens zerrüttet war und in dem es schließlich während der Besatzungszeit teilweise zum offenen Bürgerkrieg im Untergrund kam.

                          

Seit über 100 Jahren gibt es wohl kein polnisches Kind, das nicht den 1901 veröffentlichten Roman „Krzyzacy (Kreuzritter) von Henryk Sienkiewicz gelesen hätte:

“Unersättlich ist dieser Stamm, schlimmer als die Türken und Tataren. Sie überfallen Dörfer, metzeln die Bauern nieder, ertränken die Fischer, packen die Kinder wie Wölfe. Und das Blut der Greise, Frauen und Kinder rieselte an den Beinen der Eroberer herab. Die Kreuzritter. Immer die Kreuzritter.” 

Die  1960 unter der Ägide Volkspolens durch Aleksander Ford  geschaffene Verfilmung bleibt dem „Drehbuch“ nichts schuldig. Er zeigt nur die hässliche Fratze des Deutschen, des Mörders, Vergewaltigers, Widerlings und Feiglings. (Man wundert sich einigermaßen, dass eine solche Darstellung von Priestern  und Ordensleuten im katholischen Polen ohne Widerspruch angenommen wurde.) Und welcher Pole kennt nicht (auswendig) die „Rota“ („Der Eid“) der Maria Konopnicka, die immer noch gern etwa bei Fronleichnamsprozessionen gesungen wird: 

Und bis zum letzten Blutstropfen

verteidigen wir Geistes Gut.

Bis sich zu Schutt und Staub zerschlug

der Kreuzritter böse Brut.

Des Hauses Schwelle sei uns Festungswehr!

Dazu verhelf uns Gott der Herr! 

 Nicht mehr wird der Deutsche uns spei’n ins Gesicht,

die Kinder uns nicht germanisieren.

Bald kommt der Waffen ehernes Gericht,

der Geist wird uns anführen.

Blitzt nur der Freiheit goldnes Horn - zur Wehr!

Dazu helf uns Gott der Herr!

Erstmalig wurde dieses Lied bei der Einweihung des

 Krakauer Grunwalddenkmals zum 500 Jahrestag der Schlacht gesungen.

                     

  Dieses Bild des Deutschen – projiziert auf den Ordo Teutonicus des Hochmittelalters und den seinerzeitigen Hochmeister     

                                          

Ulrich von Jungingen – wurde Grundlage der National- und Geschichtspolitik der polnischen Rechten des 20. Jahrhunderts. Roman Dmowskis „Westgedanke“ lebt davon. Der ursprüngliche Panslawist war bekanntlich polnischer Verhandlungsführer bei den Versailler Vertragsverhandlungen. Seine Träume wurden 1945 wahr. Polens Grenzen waren an Oder und Neiße angelangt. 

                       

Diese Mitgift hatte Volkspolen im Gepäck. Und in diesem Punkte herrschte tiefe Einigkeit nahezu aller Polen: in Mutterland und Emigration, rechts und links, vor allem auch in der Kirche. So einte der Grunwald-Mythos alle Polen. Und er tut es offensichtlich noch. Letztlich ist Grunwald der moralische und rechtliche „Titel“ für die „Wiedergewinnung der westlichen Gebiete“. Zugleich erlaubt er Identifikationen zwischen der Nachwende-Republik und dem kommunistischen Polen. 

 „In seiner Rede erinnerte Präsident Komorowsk“ – so ein Kathpress-Bericht -„auch an die Instrumentalisierung des Grunwald-Mythos für politische Propaganda. Die Geschichtspolitik solle andere Nationen nicht demütigen, sondern das Verbindende herausstellen, sagte Polens Staatsoberhaupt.“ Die 600-Jahres-Siegesfeier in Tannenberg liefert dazu keinen Beitrag. Im Gegenteil. Auch die Teilnahme des OT-Hochmeisters, einer zu Tode siechen Gemeinschaft, und seine Kommentare wirken fast wie eine Karikatur: Der politische Missbrauch des Tannenberg-Mythos verblasse zunehmend und das Image des Ordens verbessere sich, meinte er im Interview. Vor zehn Jahren habe man den ersten (!) Polen im Orden zum Priester geweiht – und er selbst habe Gottesdienste in der Marienburg feiern dürfen. 

Das bedarf keines Kommentars. Ähnlich dem Besuch der deutschen Kanzlerin am 9. Mai des Jahres bei den Moskauer Siegesfeiern, zur Rechten des russischen Präsidenten. Gefeiert wurde die Befreiung Europas und seiner Werte durch die Rote Armee. Frau  Merkel hat dem nicht widersprochen.  

Der französische Linksrepublikaner Leon Gambetta hat wenige Monate nach der Niederlage Frankreichs im Krieg gegen Preußen-Deutschland im Herbst 1871 den Satz geprägt:“ Immer daran denken, niemals davon sprechen“. Gemeint war die eigene militärische Niederlage. Dieser Satz  wurde zum Programm französischer Revanchepolitik, in der nach Versailles die polnische 2. Republik eine zentrale Rolle spielte. Das sollte aber keine Option für Deutschland und die Deutschen sein oder werden. Es bleibt nur der Weg des wechselseitigen Respekts und des Dialoges. Dazu braucht es aber die Bereitschaft beider bzw. aller beteiligten Seiten. Und zwar zuerst zur historischen Wahrheit. Das herkömmliche moralische Diktat des Grunwaldmythos trägt nicht dazu bei – auch nicht die Feier dieser Tage.

       

+ Tadeusz Ploski (09.03.1956 – 10.04.2010)

            

 In Begleitung des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski starb der Katholische Militärbischof für die polnischen Streitkräfte Tadeusz Ploski bei dem tragischen Flugunfall bei Smolenks.

 

Mit ihm fand sein Sekretär und Vize-Kanzler der militärbischöflichen Kurie, Militärgeistlicher Oberstleutnant Jan Osinski, den Tod.

Auch der Erzbischof der Polnisch-orthodoxen Kirche Miron Chodakowski, der zugleich das Amt des orthodoxen Militärbischofs wahrnahm, verlor sein Leben.

          

Weiterhin verstarb mit seinen Brüdern aus den anderen Militärseelsorgen der evangelisch-lutherische Militärpfarrer Adam Pilch.

Papst Benedikt XVI. nannte in seinem Beileidstelegramm an den amtierenden polnischen Präsidenten diese Militärseelsorger gleichermaßen.

                

Mögen sie und alle bei diesem Flug tödlich Verunglückten ruhen in Gottes Frieden!

Tadeusz Ploski, ein mit höchsten kirchlichen, militärischen und akademischen Würden ausgestatteter Priester, blieb trotz alledem ein bescheidener, eher zurückhaltender Mann, der aufmerksam zuhörte, wenn er auch manchmal eher vorsichtig antwortete. Doch was er sagte, hatte Bestand.Er war ein wirklich frommer Priester, dem das große Wort fremd war. Darum wurde er ein verlässlischer Freund der deutschen Katholischen Militärseelsorge und damit auch der Soldaten der Bundeswehr. Nichts zeigte das besser als die gemeinsamen Militärwallfahrten zum Maria-Himmelsfahrts-Fest zum polnischen Nationalheiligtum auf dem Hellen Berg in Tschenstochau, zu dem Ploski neben den Slowaken und Amerikanern auch die Deutsche Bundeswehr einlud.

Tadeusz Ploski wusste um die Untiefen selbst im ehrlich gemeinten Miteinander von Polen und Deutschen. Dialog braucht vor allem Zeit und gemeinsame, neue Erfahrungen.

Es ist tragisch, dass auch wir Deutschen künftig auf den stillen Dienst von Bischof Tadeusz Ploski verzichten müssen.

H.O.

(Bildergalerie)    (Kondolenzsschreiben Militärbischof Mixa)

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Tadeusz Płoski (Maj. gen.; D.sc., Ph.d.)  was born on March 9th 1956 at Lidzbark Warmiński (Heilsberg) as a son of Henryk and Kazimiera. He enrolled in The Hosianum Seminary in Olsztyn, where he studied philosophy and theology.On June 6th 1982, Tadeusz Płoski was ordained priest by Bishop Jan Obłąk at Olsztyn Cathedral.

He worked as a priest at St. Joseph’s Parish for a year. In the years 1983-1986, he studied canon law at the Catholic University of Lublin. In 1986, he assumed the post at the Bishop’s Curia and also at the Bishop’s Court at Warmińska Diocese as a diocesan judge of the court.In the years 1986-1992, Tadeusz Płoski was editor-in-chief of The Diocesan News of Warmia and an academic chaplain at Wyższa Szkoła Pedagiczna and Akademia Rolniczo-Techniczna in Olsztyn.In 1992, he was delegated to the Military Ordinary of the Polish Armed Forces; and, on June 1st he assumed his new responsibilities as a solicitor, and later in 1994 as the Principal of the Diocesan Department at the Military Ordinary in Warsaw.In 1993, he received the degree of Doctor of Philosophy in Canon Law at the Canon Law Department at the Catholic Academy of Theology.In 1994, he was the first military chaplain to complete Postgraduate Operational Strategic College at the National Defence University at Warszawa-Rembertów.In 1995, he was appointed dean of the Vistula Military Units of the Ministry of the Interior and Administration. After the dissolution of the military units in 2000, Tadeusz Płoski was appointed chaplain of the Government Security Office; and, in 2001 - dean of the Government Security Office.From 1995 till 2001, Tadeusz Płoski held the position of editor-in-chief of the Military Ordinary main periodical - Nasza Służba (Our Service). On May 6th 2001, he was appointed Chancellor of the Military Ordinary. From 1996, he was the custodian of the Military Ordinary Seminary students. Since 1998, he has been lecturing in Denominational Law at the Law and Administration Department, Warmińsko-Mazurski University in Olsztyn.He was appointed correspondent of the Vatican Radio and the Catholic News Agency. He was promoted to: captain - 1992, major -1995, lieutenant colonel -1998, colonel -2000, and nominated brigadier general - 2004, and major general -2006.On March 1st 1999, he received the dignity of the Prelate of His Holiness.On October 16th, 2004 Pope John Paul II appointed him to the position of the Military Bishop of the Polish Armed Forces. On October 30th 2004, he was consecrated as a Bishop and a ceremonial Ingress took place with military ceremony at the Military Cathedral in Warsaw.                

 

On November 8th 2004 the President of the Republic of Poland nominated him to the rank of Brigadier General, and later on March 31st 2006, to Major General in the Polish Armed Forces.On November 26th , following the resolution of the 330th Assembly of the Polish Episcopacy in Częstochowa, Tadeusz Płoski was appointed National Chaplain for the Combatants. On March 9th 2005 after the Polish Episcopacy Conference, he was appointed Polish Episcopacy Delegate for the Scouts’ Affairs.On June 23rd 2005, the Prime Minister appointed him Member of the Protection Council of Battles and Martyrdom Commemoration.ON 8 may 2006, The Bishop received the Order of st. Stanislaus.On 10th May 2006, Tadeusz Płoski performed a free-fall parachute jump from the altitude of 4000 metres during an exercise of the Special Military Group Formation GROM.On October 19 2006, during the 337th plenary session of the Polish Episcopacy Conference, He was elected member of the Legal Council of the Polish Episcopacy.
On the same day, following the resolution of the General Assembly of the Polish Episcopacy, the Customs Service of the Republic of Poland was included in the range of activities of the Military Ordinary.
On the 23 of November 2006, following the resolution of the General Assembly of the Polish Episcopacy, the Railway Protection Force was included in the range of activities of the Military Ordinary. During its Plenary Session between 2 and 3 October 2006, the Conference of the Polish Episcopacy elected Bishop Tadeusz Płoski Delegate of the Conference of the Polish Episcopacy responsible for the Police Force Chaplaincy.On 6th of March 2008, following the resolution of the 343 Plenary Session of the Polish Episcopacy Conference, the Military Bishop Maj. Gen. Prof. Tadeusz Płoski D.Sc., Ph.D. was elected member of the Concil for the Chaplaincy of the Youth. As a lecturer in Denominational Law at the Law and Administration Department, Warmińsko-Mazurski University in Olsztyn. He has published over 150 research papers and participated in numerous conferences and symposiums dedicated to military chaplaincy held both at home and abroad.On 11th December 2007, the Council of the Faculty of Law and Administration of the Nicolas Copernicus University of Toruń awarded him the degree of Doctor Habilitatus in Legal Science on the basis of the colloquy and the dissertation entitled “Chaplaincy in the Polish Armed Forces – a Law Study Including Human Rights and Humanitarian Law” (published in Olsztyn, 2006 by Warmińsko-Mazurski University Press). On 29th February 2008, the Senate of the University appointed the Bishop Professor; and, subsequently, nominated him head of the Section of Administration Law and Administration Science.So far, three volumes of priestly teaching by the Military Bishop have been published: “Remain With Us, Lord – the priestly teching of the Military Bishop, Oct. 30 2004 – June 4 2006” (Warsaw, 2006), “Stay Strong in Faith - the priestly teching of the Military Bishop, June 4 2006 – April 22 2007” (Warsaw, 2007) and “God’s Mercy lasts Forever - the priestly teching of the Military Bishop, April 24 – Dec. 30 2007” (Warsaw, 2008).The sermons and homilies as well as the speeches of the Military Bishop are published on the official website of the Military Ordinary (www.ordynariat.pl) in the link called “nauczanie pasterskie” (priestly teaching) and “Wiadomości” (the News).The Bishop has been honoured with numerous state decorations including the Bachelor’s Cross of the Order of Polonia Restituta, and with the badges of numerous military establishments, veterans’ organisations, and foreign institutions, e.g. the Gold Badge of the Country’s Defence League, the Badge of the Warsaw Garrison, the Badge of the Representational Battalion, the Badge of Merit for the National of the Soldiers of the Peasant’s Battalions, the Badge of the Michał Gutowski Mounted Reconnaissance Battalion from Żagań, and the badge of the Bachelors’ Club of the Virtuti Militari War Order.On 3rd of December, the Bishop received the dignity of Honorary Colliery Director General. 

2010-04-10 (Übers.: H. K.)


Feldbischof der polnischen Armee Generalmajor Prof. Dr. habil. Tadeusz Płoski ist am 09. März 1956 in Heilsberg (Lidzbark Warmiński) geboren. 1976 trat er in das Priesterseminar „Hosianum” in Allenstein (Olsztyn) ein, wo er sein philosophisch -theologisches Studium absolvierte.  Am 06.Juni 1982 empfing er in der allensteinischen Kathedrale die Priesterweihe  aus dem Händen des ermländischen (Warmia) Bischofs Jan Obłąk. Danach arbeitete er als Vikar in der Pfarrei Hl. Josef in Mohrungen (Morąg). In den Jahren 1983-1986 studierte er kanonisches Recht an der Katholischen Universität in Lublin. Gleich nach dem Studium wurde er in der Kurie des ermländischen Bischofs eingesetzt, wo er bis jetzt am Bischöflichen Gericht tätigt war. Bis 1992 war er Hauptredaktor der Zeitung          „ Ermländische Diözesan-Nachrichten“   und akademischer Seelsorger für die Studenten der Pädagogischen Hochschule und der  Agrarakademie. Im Jahr 1992 wurde er nach Warschau zum Feldordinariat  delegiert. Dort war er  zuerst als Notar tätig, ab 1994 als Abteilungsleiter für den Bereich der Seelsorge. 1993 erhielt er ein Titel des Doktors des kanonischen Rechts. 1994 hat er als erster  Militärgeistlicher das postgraduierte Studium  für Operationsführung und Strategie an der  Akademie für Nationale Sicherheit in Warschau absolviert. 1995 wurde er Dekan  bei den „Weichsel-Verbänden“ des Innenministeriums und danach – im Jahr 2000 -  Militärpfarrer und Dekan beim Büro des Regierungsschutzes. Von 1995 bis 2001 war Ploski Hauptredakteur der Zeitung des  Feldordinariats  „Unsere Dienst“. Am 16.05 2001 übernahmt er des Amt des Kanzlers der Feldkurie. 1996 bis 2004 war ein Referent und Mentor am Priesterseminar des Feldordinariates. Ab 1998 hielt auch  Vorlesungen zum Konfessionsrecht der Warmińsko-Mazurskim-Universität in Allenstein.  

Seine militärischen Dienstgrade:  1992 – Hauptmann, 1995 – Major, 1998 – Oberstleutnant, 2000 – Oberst, 2004 – Brigadegeneral, 2006 – Generalmajor.  Am 10. März 1999 wurde er Prälat  Seiner Heilligkeit. Am 16. Oktober 2004 wurde er durch den Heiligen Vater Papst Johannes Paul II.  zum Feldbischof der Polnischen Armee ernannt. Feldbischof Ploski wurde am 08.Mai 2006 der Orden des Hl. Stanislaus verliehen. Am 10 Mai 2006 - während einer Übungen mit Soldaten der Spezialeinheiten – sprang er aus der Höhe von 4000 Metern mit dem Fallschirm ab. Am 11. Dezember 2007 verlieh der Fakultäts-Rat  Recht und Administration der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Thorn  Feldbischof Dr. Tadeusz Ploski den wissenschaftlichen Titel  Doctor habilitatus.  Am 29. Februar 2008 berief ihn der Senat der Warmińsko-Mazurskie- Universität in Allenstein zum Professor und Dekan der Fakultät Recht und Administration.Er ist Autor verschiedener Veröffentlichung (s.o.)  Neben zahlreichen Ehrungen erhielt Płoski 2008 mit dem Orden Polonia Restituta die zweithöchste Auszeichnung der Polnischen Rebublik. Zudem erhielt er das Verdienstkreuzes der Republik Polen in Silber (1999) und Gold (2007).  Er ist Ritter des Ordens vom Heiligen Stanislaus. Am 10.April 2010 gehörte Feldbischof Tadeusz Płoski zur Delegation um Staatspräsident Lech Kaczyński, die anlässlich des siebzigsten Jahrestages des Massakers von Katyn zur Gedenkstätte nach Russland reisen sollte. Bei einem Flugzeugabsturz nahe des Flughafens von Smolensk kam er jedoch gemeinsam mit zahlreichen weiteren hochrangigen Repräsentanten Polens ums Leben.Requiescas in Pace, carissime Frater Episcope!

Nachklapp: Minarett-Streit

Manche Aufgeregtheit in der deutschen Republik legt sich schnell wieder. Nachdem die Schweizer Eidgenossen, allesamt in den eher konservativen Kantonen, den Minarett-Bau als Strategie des politischen Islam identifiziert und per Volksabstimmung verboten hatten, rührte sich – im Namen der Aufklärung, Toleranz und  Religionsfreiheit europaweiter Protest.  Zumal der Hinweis auf „muslimische“ Staaten und ihren umgekehrten Umgang mit christlichen Minderheiten wurde als fehl am Platze verboten. Der westliche Verfassungsstaat stehe jenseits solcher Vergleiche. Unerwartet war allerdings der z.T. sehr harsche Ton hoher „muslimischer“ Politikvertreter, die ihre Erwartungen an europäisches Verhalten mit solchen Grundsätzen begründeten, ohne deren Nicht-Geltung im eigenen Land auch nur anzudeuten.

Wahrscheinlich ist die Angstfreiheit westlicher Aufklärung vor dem „religiösen“ Islam leicht zu erklären: da diesem auf längere Sicht, zumindest in den westlichen Staaten, dieselbe Zukunft wie den ehedem etablierten christlichen Kirchentümern bevorstehe – eine vollständige Erosion ihrer gesellschaftlichen Realität durch einen nachhaltigen Prozess  umfassender Säkularisierung. Schlichter gesagt: es gehe letztlich gegenüber jeder Art von Religion nur noch um einen Minderheitenschutz, denn „es gibt nach wie vor einen Bedarf nach Religiösem, doch beschränkt er sich zumeist auf den Gottesglauben als Entspannungs- und Lockerungsübung, als Trost- und Ruhekissen für Modernisierungsstressgeplagte.“ Wer den Verlauf und das Ergebnis des „Streites“ um den Hessischen Kulturpreis auf solchem Hintergrund deutet, kann nur konstatieren, dass die christlichen Kirchen – zumindest ihre offiziellen Vertreter – nicht selten ihr Bestes tun, um dem Vorschub zu leisten.

Unsere muslimischen Mitbürger trauen ihrem Glauben an den Allmächtigen Gott offensichtlich – seit eh und je – mehr zu. Darum sollte zu Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts das Minarett der römischen Zentralmoschee, deren Bauherrn übrigens  Saudi Arabien und Pakistan waren, etwas höher sein als die Kuppel von St. Peter; der Papstkirche war daran gelegen, das zu verhindern – mit Erfolg. Die römische Kirche, deren Teilkirchen weltweit in den unterschiedlichsten (politischen) Kulturen überleben sollen, weiß überhaupt mehr um die zentrale Bedeutung von Öffentlichkeit, die sich nicht zuletzt in Architektur ausdrückt. Auch öffentlicher Dialog mit dem Islam wird dort an klare Bedingungen geknüpft, von denen keineswegs sicher ist, ob die andere Seite ihnen zu entsprechen gedenkt. Prälat Agostino Marchetto vom Päpstlichen Rat für die Migranten mahnte jüngst Rücksichtnahme auf die Gefühle im Umfeld christlicher Kirchen in muslimischen Ländern an; dasselbe gelte aber auch für Europa. 

Die künftige Geschichte Europas wird zeigen, welches Toleranzmodell die eigene Kultur identisch überleben lassen wird: das vom in Sachen Minarett laut gewordenen Köln oder jenes abgelegenen polnisch-ukrainischen Ortes Kamieniec Podolski, in dem Jahrhunderte lang die Freiheit des Abendlandes verteidigt wurde.

Fiat iustitia, Rzeczypospolita Polska!

Zuerst berichtete ZEIT-Online, eher beiläufig, von dem Vorfall: Nach polnischen Zeitungsmeldungen habe eine polnische Patrouille in Ost-Afghanistan ohne militärischen Grund ein Dorf beschossen und dabei unschuldige Frauen und Kinder getötet. Die FAZ legte nach.

Demnach ergibt sich gegenwärtig folgendes Bild: Am 16. August 2007 wurde eine (gemeinsame ?) US- und PL-Patrouille beim Ort Nangar Khel durch eine von den Taliban angelegte Sprengfalle angegriffen. Die Gegner eröffneten zugleich mit leichten Waffen das Feuer; es begann ein Gefecht, in das das Dorf jedoch nicht einbezogen war.Stunden später erschien eine zur Hilfe gerufene polnische Einheit des 18. Fallschirmjäger-Bataillons (Bielsko-Biala) , die auf Befehl ihres örtlichen Vorgesetzten – ohne jeden Anlass – das Feuer auf das Dorf eröffnete. Sechs Afghanen, darunter eine schwangere Frau und Kinder, fanden den Tod, drei weitere wurden verwundet.

An das ISAf-Kommando wurde hingegen gemeldet, der Beschuss von Nangar Khel sei nur die Reaktion auf einen von dort ausgegangenen, aktuellen Angriff gewesen. Diese Version des Vorgangs wurde durch eine Presseerklärung  der Isaf-Presse-Stelle, die heute noch im Internet abrufbar ist, veröffentlicht und von einzelnen polnischen Medien weiter verbreitet. In Deutschland war der Vorgang offensichtlich keine Meldung wert.

Besonders nachdenklich muss eine Passage des von Oberstleutnant Claudia Voss, US-Airforce, verbreiteten Textes stimmen: 

“ISAF units operating in the area frequently work with the local people in an effort to bring freedom from the oppression and dangers of Taliban extremists,” said Lieutenant Colonel Claudia Foss, an ISAF spokesperson. “Such incidents are regrettable, and our thoughts and prayers are with the families and friends of those killed and wounded in this very unfortunate incident.”…… “This is yet another example of Taliban extremists continuing to bring the fight to local communities.endangering innocent Afghans,” Foss added. “Every effort is being made to provide the best medical treatment to the injured Afghans.”ISAF personnel are on scene with Afghan authorities investigating the incident and the events that led. 

So weit, so schlecht!  Einer der anwesenden polnischen Soldaten hatte aber offensichtlich ein Handy-Video aufgezeichnet, das dann bei der zuständigen Militärstaatsanwaltschaft in Posen ankam. Die dortigen Ermittlungen führten jetzt zu einem Verfahren gegen sieben an dem mutmaßlichen Kriegsverbrechen beteiligten Soldaten. 

Verwundern kann in diesem Zusammenhang ein Hinweis der Gazeta Wyborcza auf „Befriedungsaktionen“ der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg in Polen. Soll das bedeuten, dass man sich auch mit psychologischen Faktoren im „Anti-Terror“, (Banden- oder Partisanen-) Kampf auseinandersetzen will? Zwei Tage vor dem Ereignis war der erste polnische Soldat in Afghanistan durch eine IED um´s Leben gekommen. Rache also? Oder Hass auf fremde Menschen, deren Lebens- und Verhaltensweisen man nicht versteht? Oder ganz einfach Angst und Battle-Stress angesichts eines heimtückisch kämpfenden Gegners?

Der große alte Mann der polnischen Außenpolitik, Wladyslaw Bartoszewski, will sich für die beteiligten Soldaten „schämen“, so die Vorwürfe zuträfen. Der bisher politisch verantwortliche Verteidigungsminister Aleksander Szczyglo („Leider war es kein Versehen.“) sieht dennoch die Möglichkeit eines „Erfolges“ für die polnische Armee, wenn der Vorgang nämlich vollständig aufgeklärt würde.

Und das ist sehr zu hoffen. Denn es geht auch um die Ehre der Republik Polen – nicht mehr und nicht weniger: Ob der polnische Staat die rechtlichen und moralischen Maßstäbe militärischer Kampfführung ernsthaft einzulösen versucht, die er, nach schlimmen eigenen Leiderfahrungen,  immer wieder einklagt. Dazu gehörte auch unabdingbar eine förmliche Entschuldigung bei den Betroffenen und eine Art materieller Wiedergutmachung, wie sie den Sitten des Landes und der Gerechtigkeit entspricht. Das müsste aber längst geschehen sein. Von einem gegenteiligen, die britischen Truppen betreffenden  Beispiel berichtet in diesen Tagen die dpa.  

Aber es geht letztlich nicht vorrangig um die, wie dpa nahe legt,  zu gewärtigenden  Gefahren des Hasses und der Solidarisierung der afghanischen Bevölkerung mit dem Widerstand. Der moralische Anspruch des gesamten westlichen Engagements am Hindukusch steht – wieder einmal – auf dem Prüfstand. Und – nochmals – die Ehre Polens. Deutschen, die Polen schätzen, muss sehr daran gelegen sein, dass Polen hier zum Vorbild wird.   

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