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21.12.2011 von dragonX6.
…irgendwo in Syrien
Weihnachten ist dort angekommen, woher es stammt: in den Heiligen Ländern. So drückt es Patriarch Gregor Laham aus, wenn er vom Nahen Osten spricht. Gregor ist ein gebildeter, weltläufiger und weiser Mann, der den Platz seiner Gemeinden aus religiösen Gründen zwischen Damaskus und Kairo sieht. Seine Position im gegenwärtigen Konflikt um Syrien ist eindeutig.
Salz, Licht und Sauerteig
Ranghöchster Katholik im Nahen Osten wünscht sich Palästinenserstaat
Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT spricht das Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche im Nahen Osten, Patriarch Gregor III. Laham von Antiochien, über die Situation der Christen in der Region seit Beginn des „Arabischen Frühlings“.
Weitere Themen des Interviews, das in unserer Radioreihe „Weltkirche aktuell“ ausgestrahlt wurde, sind der Konflikt im Heiligen Land und die besonderen Beziehungen seiner Kirche zum Islam. Dabei plädiert der Patriarch unter anderem für einen eigenständigen Palästinenserstaat. Das Interview führte Volker Niggewöhner.

Eure Seligkeit, was ist die besondere Sendung der arabischsprachigen Christen im Nahen Osten?
Jesus ist in Palästina geboren, aber das Christentum wurde in den arabischen Ländern geboren – in Syrien, Libanon und Jordanien. All das sind heilige Länder für das Christentum. Darum ist es unsere Sendung, in diesen Ländern zu bleiben, um die Frohe Botschaft des Evangeliums Jesu Christi zu leben.
Sie leben eng mit den Muslimen zusammen und haben in einem Interview einmal gesagt, Sie seien „Die Kirche des Islam“. Wie war das gemeint?
Diese Aussage hat ein paar Leute schockiert. Ich hatte gesagt, dass wir die „Kirche der Araber“ sind. Aber weil die Araber überwiegend Moslems sind und wir in vorwiegend islamisch geprägten Ländern leben, habe ich hinzugefügt, dass wir die „Kirche des Islam“ sind, das bedeutet eine Kirche mit dem Islam, für den arabischen Raum.
Ich wollte damit die Zusammengehörigkeit von Christentum und Islam im Nahen Osten herausstreichen. Wir haben die Verantwortung, christliche Werte zu leben und den Muslimen unsere christliche Liebe zu zeigen. Papst Johannes Paul II. hat betont, dass es die Essenz von Kirche sei, für andere da zu sein. Darum sind wir die „Kirche des Islam“, denn wir sind auch für die Muslime da.
Die Christen leben schon seit Jahrhunderten im Nahen Osten, doch ihre Lage hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verschlechtert. Warum?
Ich glaube, die Gründe dafür sind nicht religiöser Natur und daher auch nicht in dem Verhältnis zwischen Islam und Christentum zu suchen. Es hat vor allem politische und wirtschaftliche Gründe, dass inzwischen so viele Christen nach Europa und Amerika ausgewandert sind.
Es sind die sich ständig wiederholenden Krisen in unserer Region, vor allem der seit Jahrzehnten ungelöste Konflikt zwischen Israel und Palästina, der einen großen Schatten über die Christen des Nahen Ostens geworfen hat. Sobald wir den Konflikt zwischen Israel und den Arabern beilegen, wird die Region Ruhe finden und die Christen werden nicht länger auswandern.
Ist der Konflikt in Palästina auch der Auslöser für das Erstarken eines fundamentalistischen, politischen Islam, wie wir ihn in den vergangenen Jahrzehnten beobachtet haben?
Der Islam war schon immer eine missionarische Religion. Aber wir Christen sind auch missionarisch! Wir sollten also von den Muslimen lernen, anstatt vor ihnen Angst zu haben. Wir sollten stärker in unserem Glauben verankert sein und ihn strahlend vortragen und leben.
„Wir leben seit Jahrzehnten in einem Krisengebiet”
Wie ist Ihre Haltung zu einem eigenständigen Palästinenserstaat?
Wir wünschen uns einen solchen Staat. Die Beschlüsse der Vereinten Nationen haben immer klar gesagt, dass es zwei Staaten geben muss: einen israelischen und einen palästinensischen. Die Europäer haben im September die Chance verpasst, Palästina anzuerkennen. Glauben Sie mir: Wenn Sie sich wünschen, dass es weiterhin Christen im Heiligen Land und im Nahen Osten geben soll, müssen Sie mutig für die Anerkennung eines Staates Palästina eintreten.

Weihnachten am Patriarchatssitz in Damaskus
Wenn Sie das Problem zwischen Israel und Palästina auf diese Weise lösen, lösen Sie damit auf einen Schlag die meisten Probleme der Welt. Allen voran die Probleme zwischen Christen und Muslimen, die Probleme des islamischen Fundamentalismus und das Problem der Auswanderung von Christen aus den Ländern des Nahen Ostens.
Wir sind schon seit so vielen Jahrzehnten ein Krisengebiet, und nach jeder Krise gab es eine neue Auswanderungswelle. Nicht der Islam ist der Grund dafür, warum wir Christen auswandern. Der ungelöste Konflikt im Heiligen Land ist die Wurzel der meisten unserer Probleme.
Haben Sie die Hoffnung, dass aus den Revolutionen rund um den „Arabischen Frühling“ auch für die Christen etwas Gutes erwächst?
Jede schädliche Entwicklung im Nahen Osten stellt eine Gefahr für die ganze Welt dar. Die gegenwärtigen Revolutionen richten sich nicht gegen die Christen, auch wenn sie mancherorts unter den Auswirkungen der Revolutionen zu leiden haben. Wir Christen müssen im „Arabischen Frühling“ unsere Sendung und Rolle entdecken, indem wir mit unseren Landsleuten zusammenarbeiten. Unsere Rolle in diesen Revolutionen ist es, Salz, Licht und Sauerteig zu sein, indem wir die Menschen zum Dialog einladen.
Der Westen sollte nicht immer nur darauf drängen, dass die Regime gestürzt werden, sondern er sollte die bestehenden Regime dabei unterstützen, durchgreifende Reformen umzusetzen. Wir müssen gemeinsam eine Vision für unsere Länder entwickeln. Wir müssen von den Slogans profitieren, die man in den großen Städten des Nahen Ostens gehört hat.
Diese Forderungen und Aussagen haben das Zeug zu einer neuen „Charta“, einer neuen Rechtsordnung für alle Menschen im arabischen Raum. Die eingeforderten Rechte müssen nur an die Wirklichkeit in den arabischen Ländern angepasst werden. Das wäre die richtige Antwort auf diese Revolutionen, die sonst sehr gefährlich sind für alle Menschen im Nahen Osten.
Die Christen sind nicht mehr und nicht weniger von den Revolutionen bedroht als alle anderen. Selbst die Islamisten, die Muslimbrüder, Salafisten und wie sie alle heißen, werden verstehen, dass es gut für den Nahen Osten ist, wenn die Christen dort bleiben können. Denn sie sind ein Erbe der Pluralität in der islamischen Welt.
Was halten Sie für wahrscheinlicher: Dass in der Region Gottesstaaten nach iranischem Vorbild entstehen oder demokratische Staaten?
Das müssen wir abwarten. Ein Gottesstaat war immer der Traum und das Ziel der islamischen Religion. Auch wir Christen hatten solche Phasen in unserer Geschichte. Denken Sie nur an das Heilige Römische Reich. Die Idee ist also nicht neu.
Ich denke, selbst wenn Gottesstaaten entstehen sollten, sind diese keine Gefahr für uns Christen, denn wir halten stark an unserem Glauben fest. Wir leben schon seit Jahrhunderten mit dem Islam zusammen und haben daraus gelernt, wie wir mit seinen verschiedenen Strömungen leben können. Die Muslime haben ihrerseits verstanden, dass wir Christen im Nahen Osten einen besonderen Status haben.
Ein „Gottesstaat“ würde sich an der Scharia, der Rechtsordnung des Islam, ausrichten. Aber wenn man den Koran richtig versteht, ist die Scharia etwas, das nur den Moslem angeht. Der Koran sagt ganz klar, dass die islamische Religion nur für Muslime gilt. Die Christen haben „ihr eigenes Buch“, also auch eine Offenbarung.
Und so glaube ich, dass ein Gottesstaat nicht unbedingt eine Gefahr für die Christen darstellt. Gefährlich wird es, wenn die neuen Herrscher die Scharia anders auslegen. In vielen islamisch geprägten Ländern leben wir Christen seit langem in großer Freiheit. Wir dürfen in vielen Ländern unseren Glauben leben. Hin und wieder mit Einschränkungen, aber im Großen und Ganzen doch zufriedenstellend.
Sie sind als Patriarch auch Oberhaupt der melkitisch-katholischen Kirche in Syrien: Besteht dort noch die Möglichkeit, den blutigen Konflikt durch Verhandlungen in vernünftige Bahnen zu lenken?
Die Fronten sind verhärtet, denn es gab viel Blutvergießen auf beiden Seiten. Aber ich möchte das Bild der Lage ein bisschen korrigieren. Man meint im Westen immer, nur Assads Truppen hätten Blut vergossen. Wir haben viele Kontakte in ganz Syrien, und es gibt katholische Gemeinden auch in den Brennpunktstädten der Aufstände. Daher kenne ich viele Beispiele und Berichte über Fälle, in denen die meisten Grausamkeiten und Morde von den Demonstranten ausgingen.
Wenn die Demonstranten mit Waffen auf Zivilisten und Sicherheitskräfte losgehen, dann muss der Staat seine Bürger und Soldaten schützen. Es ist auch nicht so, dass die Soldaten leichtfertig Menschen erschießen. Ich habe von vielen Staatsbeamten gehört, dass der Befehl nicht lautete, Demonstranten zu töten, sondern lediglich sich selbst und unbeteiligte Zivilisten zu verteidigen.
Was ich mir vom Westen wünsche, ist, dass man dort mehr von Dialog spricht und nicht einfach nur das Blutvergießen betont. Bitte helfen Sie allen Bürgern in Syrien, den Dialog zu beginnen, und geben Sie nicht nur einer Seite die Schuld an allem. Die Einladung zum Dialog an beide Seiten ist heute das Wichtigste.
Was hätten die Christen in Syrien von einem Regierungsumsturz zu erwarten?
Wir Christen sind syrische Bürger wie alle anderen auch. Ich würde unsere Situation im Vergleich zu unseren Mitbürgern nicht gesondert betrachten. Diese Konflikte spielen sich vor allem unter Muslimen ab. Sunniten und Alawiten haben in Syrien viel mehr Angst voreinander als es zwischen Muslimen und Christen der Fall ist. Diese Revolution ist kein Streit zwischen Christen und Moslems.
Im Gegenteil: Wir Christen sehen uns als Mittler, als Stimme für den Dialog und die Zusammenarbeit, Solidarität und Pluralismus. Wir sind neutral und haben Erfahrungen mit vielen Strömungen des Islam. Wenn die Regierung Assad, was ich nicht hoffe, stürzen wird, sind wir Bürger wie alle anderen auch. Wir hoffen, dass wir dank unserer reichen Erfahrung dann auch mit der neuen Situation zurechtkommen können.
Bei der Revolution in Ägypten sah man Christen und Muslime gemeinsam demonstrieren. Macht Ihnen das Hoffnung?
Natürlich. Ich muss aber auch betonen, dass die Situation in Ägypten eine ganz andere ist, als bei uns in Syrien. Wir hatten nie solche Ausschreitungen und Gewaltakte, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zwischen Kopten und Muslimen vorgekommen sind. In Syrien gab es nie wirkliche Probleme zwischen Christen und Muslimen.
KIN-111220

aus dem 15. Jh - Schüler aus der Werkstatt Albrecht Dürers
Allen Besuchern des DragonBlogs wünsche ich frohe, gesegnete Weihnachten und Frieden im Jahr 2012!
Ihr Harald Oberhem
Geschrieben in Syrien, Kirche, Allgemein | Keine Kommentare »
20.12.2011 von dragonX6.
„Der Sturm ist noch nicht vorbei“ meinte Bernhard Jürgens von der KNA in seinem Kommentar zum Bericht der niederländischen Deetman-Kommission über sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Kleriker in unserem Nachbarland. Er irrt fundamental. Wir haben schon vor Monaten hier die Auffassung vertreten: „Mit jedem neuen Missbrauchsfall vermag die Kampagne neu anzurollen“. Dass es sich – unbeschadet des tatsächlichen Fallgeschehens – um eine Kampagne gegen die katholische Kirche handelt – kann nur bestreiten, wer blind, weltfremd oder als „Hirte“ bereits von Angststarre befallen ist.
Welcher Verallgemeinerungscharakter soll der Kirche der Niederlande zukommen? Jeder zeitgeschichtlich Erfahrene weiß, dass die Kirche Hollands schon vor dem Konzil auch spirituell-disziplinär in Europa eine Sonderrolle spielte: ultramontane Hörigkeit und calvinische Geistigkeit und Moral bildeten eine einzigartige Melange. Das wirkt, wenn man Deetmans Bericht liest, selbst nach post-konziliaren Chaos-Jahrzehnten immer noch nach. Insofern handelt es sich im vorliegenden Fall bei Studie und Untersuchungsgegenstand um Singuläres.
Warum dann aber ein weltweites Medienecho, über Holland hinaus –sei es in Kanada, Costa Rica, Taiwan und Australien, um nur – was die bisherige Skandalisierung des vorgeblich spezifisch „katholischen“ Problems angeht, eher bisher randständige Länder zu nennen. Der Tenor überall derselbe: zigtausende von Opfern, aberhunderte von Tätern – z.T. immer noch im kirchlichen Dienst. Missbrauch: flächendeckend!
Das muss strukturelle Ursachen haben. Die in der WELT zu analysieren wird nicht etwa dem Springer-Hofberichterstatter in catholicis, Gernot Facius, sondern dem weiland Chaos-Kommunisten und bekennenden Atheisten Alan Posener übertragen. Sein Fazit: „Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche beschränken sich nicht auf wenige Länder. Das Problem liegt in der Struktur der Institution“. Es geht – so darf man das verstehen - letztlich darum, dass nach katholischem Glauben moralisch-ethische Prinzipien und Normen einem objektiven Wahrheitsanspruch unterliegen, den zu wahren und zu hüten Aufgabe des kirchlichen Lehramtes ist. Benedikt XVI. wird nicht müde, diesen Anspruch zu verteidigen.
Der herrschende wirtschaftliche, politische und kulturelle Neo-Liberalismus kann das nicht akzeptieren. „Tradition“ mit ihrem Beharrungsanspruch – darin besteht die soziale Basis absoluter Moral - und das umfassende „Modernisierungs“-Postulat stehen sich unversöhnlich gegenüber, wobei Modernisierung bedeutet, alle Lebensbereiche uneingeschränkt den Marktmechanismen unterwerfen zu können.
Die „absolute Moral“ – das ist denn auch der Topos, der dem Protestantismus die Erklärung der Nichtbetroffenheit erlaubt -wird nun dadurch de-legitimiert, dass ihre Verwalter als an ihrem Kern Gescheiterte entlarvt werden. Der Sache nach wird die aufklärerische Ideologie vom Priestertrug in neuem Gewande zum Einsatz gebracht. Nur umfassender, deutlicher, radikaler. Der missbrauchende „Pfaffe“ gilt nicht mehr als Sünder, sondern als Verbrecher. Warum aber – wieder und immer noch – durch Taten im Bereich der Sexualmoral? Weil sie de facto immer noch in der klerikalen, zölibatären Männerkirche als Nukleus jeder Art von Moralität gilt. „Die“ Kirche misst sich daran – und muss nun öffentlich eingestehen, daran gescheitert zu sein. Immer wieder neu. Eben flächendeckend.
Der Münchner Moraltheologe Konrad Hilpert hat zu Recht die Frage nach dem „systemischen“ Kontext der Moral der Missbrauchs-Kirche aufgeworfen. Die Unfähigkeit vieler Kleriker, Sexualität nicht nur verantwortlich, sondern auch „leib-gerecht“ zu leben, ist hier sicherlich zu bedenken. Nachdenklicher stimmt aber Hilperts Hinweis, dass sich die Ideologie dieser Art von (Sexual-) Moralität nur sehr verhalten ändern dürfte. Und zwar aus Gründen, die mit der inneren Struktur der kirchlichen Hierarchie zusammenhingen.
Dem ist wohl tatsächlich so. Es erklärte auch die – an sich, im sozialen Vergleich – seltsam anmutende Tatsache, dass unter die Missbrauchs-Täter nur die leiblichen Verursacher von Zwang und Leid, nicht aber ihre duldenden, wegschauenden, vertuschenden und offen ignorierenden, Beweismittel beseitigenden Vorgesetzten gerechnet werden. Dies haben wir in diesem Blog mehrfach angemerkt.
Entschuldigungen und pekuniärer Freikauf, wie sie jetzt in Holland als Wiedergutmachung vorgesehen sind, bieten keinen Ausweg. Unerträglich ist es, wenn nicht mehr im Amt befindliche, aber noch lebende Amtsträger den Medien zum Fraß vorgeworfen werden.
Täter beider Gruppen – die Oberen zuerst – müssen ermittelt und öffentlich erkennbar bestraft werden. (Die Reconciliation ist dabei natürlich, bei Erfüllung der Voraussetzungen, ein wichtiges Ziel; die Beibehaltung bzw. Beförderung in hohe und höhere Ämter wäre mit solcher Strafe hingegen unvereinbar.) Maßstab sei dabei das geltende kirchliche Recht.
Diese Art der Umkehr und Buße erwartet nicht nur die „Gesellschaft“, auch die katholischen Christgläubigen haben ein Recht darauf.
Und der Klerus, der sich jetzt vielfach einem Generalverdacht ausgesetzt sieht? Ob Studien hier wirklich hilfreich sein können, wird sich noch herausstellen müssen. Sie dürften wenig nutzen, wenn es bei der Aufspaltung des Täterprofils bleibt. Noch so gut gemeinte innerkirchliche Begründungen dürften nicht viel Motivation einbringen – zumal dann, wenn sie von verantwortlichen Projektleitern ohne kirchlichen Bezug öffentlich anderslautend kommentiert werden. Der Deetman-Report ist dafür ein trauriges Beispiel.
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17.11.2011 von dragonX6.
Endlich – ganz Deutschland, zumindest die Unions-Christen – spricht von IHM, dem KOMPASS. Mein erster Gedanke: herzlichen Glückwunsch, liebe KOMPASS-Redaktion –(Soldat in Welt und Kirche) - die Monatszeitschrift der Katholischen Militärseelsorge.

Auslöser war die Grundsatzrede der CDU-Bundesvorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Parteitag in Leipzig. 15 mal wurde der KOMPASS beschworen: als „festes Wertefundament“, als „Halt und Orientierung“, als „unabänderlich“, Inbegriff der „Grundwerte“ (mit seiner Hilfe „dienen.wir deutschland“ – eine Nation freiwilliger Wehrfreude. Glückwunsch, Lothar de Maiziere!).
Der Kompass „ist unveränderlich“, während die Zeiten sich verändern. Er – das „Wertefundament“ – bleibt. Er ist ein „fester KOMPASS“, ohne „dogmatisches Ideologieverständnis“ (Einheitssozialisten und Katholiken in einem Streich niedergemacht – unser KOMPASS!).

Und schließlich besteht der KOMPASS in „unserem christlichen Menschenbild“ und manifestiert sich in den „Erfolgen der Vergangenheit“.
Kurz: der Weg ist das Ziel!
Bisher waren wir der Meinung, der Kompass sei ein schlichtes Instrument, um Ziele anzupeilen und damit zu helfen, Werte zu verwirklichen. Die Zeiten haben sich wohl geändert. Beim angerufenen KOMPASS handelt es sich offensichtlich um einen Kreiselkompass, dem zwar keine magnetischen Missweisungen unterlaufen, der aber bei schnellen Eigenbewegungen völlig versagt.
Also war doch nicht das Militär-Bistumsblatt gemeint. Gar nicht schlimm! Dem KOMPASS von Josef König und Mitstreitern ist zu wünschen, dass sie im Interesse von Soldat in Welt und Kirche festen Boden unter den Füßen behalten.

KOMPASS-Redaktion (v.r.: Josef König, Jörg Volpers, Barbara Ogrinz) (Foto:KMBA/Eggen)
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15.9.2011 von dragonX6.

by Bernardo Cervellera
At the 23rd European week on Euro-Mediterranean religious history, a series of interventions illustrate the great saga of the Churches of Antioch, from martyrdom to deportations, but also passionate evangelization and inter-religious and cultural dialogue. An overview by the editor of AsiaNews on the current situation of the Churches of the Near East in the throes of radical Islamism.
Gazzada (AsiaNews) - From September 6 to 10 last, the 23rd European Week focusing on the life history and tradition of the Christian communities of Antiochian tradition (Maronite, Byzantine, Syriac, Chaldean, Armenian, Malankara, … ) was held in Gazzada (VA).
These weeks are organised by the Fondazione Ambrosiana Paolo VI and the Catholic Sacro Cuore University and are held in the magnificent setting of Villa Cagnola, an eighteenth-century jewel. The specific theme was “From the Mediterranean to the China Sea. The irradiation of the Christian tradition of Antioch in Asia and in its religious universe. “
Over the course of very intense days of academic study and debate on the various Christian experiences in Turkey, Persia, Central Asia, India, China, the characteristic of the Antiochian tradition emerged, a tradition capable from the outset of communicating with the surrounding cultures and religions, along with a strong sense of Christian identity. The conference was attended by personalities and scholars from around the world. Among them, some witnesses to the current life of these churches, such as Msgr. Louis Sako, Chaldean Archbishop of Kirkuk, and Fr Samir Khalil Samir, an expert on Islam and professor in Beirut.
The concluding day, Sept. 10, was devoted to the situation of these churches, often subjected to severe persecution. The director of AsiaNews was asked to present a paper entitled “Islamist Ideology and situation of Christians in the Middle East”, which we publish below. The Paul VI Foundation is already drafting a publication that will include all the interventions of the conference proceedings.
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Radical Islam has always been present in Islam, but it has emerged in recent decades thanks to the Muslim Brotherhood (founded in Egypt in 1928) and with the support from the Saudi Wahhabi ideology. It supposes a literalist interpretation of Islam and a return to the origins of Islam - that of Mohammed and the four caliphs - as a way to reaffirm the dignity of the Muslim communities in the world.
Their enemies are the corrupt Islamic governments (almost all) the atheist and colonial West, the State of Israel, and finally Christians, often banded together with the West, although the Islamists often target the Christian communities who were present in the Middle East long before Muhammad.
The choice of violence and terrorism seen as a religious act in praise of Allah that purifies the world by destroying the enemies of Islam is linked to the Islamic world.
What weight does this interpretation of Islam have?
A survey by the Palestinian Center for Public Opinion published by AsiaNews [1] March 4, 2009, showed that at least 30% of respondents in several Muslim countries - Egypt, Palestine, Turkey, Azerbaijan, Pakistan, Jordan and Morocco - supported the use of bombs and murder to achieve political and religious purposes.
A large majority supported the goal of al Qaeda to “push the U.S. to remove its bases and its military forces from all Islamic countries”. These include 87% of Egyptians, 64% of Indonesians, 60% of Pakistanis.
Other aims of al Qaeda also received wide support. Among these, “the strict application of sharia law in all Islamic countries and the unification of all Islamic countries into a single Islamic state or Caliphate” received the support of 65% of Egyptians and 48% of Indonesians, 76% Pakistanis and Moroccans. “Keeping Western values out of Islamic countries”, another of the organization’s goals gained the support of 88% in Egypt, 76% in Indonesia, 60% in Pakistan and by 64% in Morocco.
Support for figure of Osama bin Laden - still alive at the time – was more contentious With the exception of Egypt (with 44%), and the Palestinian territories (with 56%) in other countries, “positive feelings” towards him reached 14% in Indonesia, 25% in Pakistan, 27% in Morocco; 27% in Jordan, 9% in Turkey and 4% in Azerbaijan.
We can say that this mentality is still present, even after the death of Osama bin Laden. Tony Blair, former British prime minister, in an interview with the BBC (09/10/2011) said that the West “had beaten Al Qaeda militarily,” but it has not yet won “from the ideological point of view.”
There is therefore a discreet influence of this Islamist mindset in the Muslim world. It is enhanced by two other factors:
1) the silence of the moderate or modernizing Muslim world, that wants a reform of Islam based on a new interpretation of the Koran and Sharia law subject to universal human rights;
2) the spread of Islamist thinking through the preaching in mosques and Islamic schools.
Because of this, in recent decades Islamic propaganda has been on the steady increase in countries in the Middle East with mosques, movies, books, videos, use of the veil, the beard, the practice of Sharia law. Such propaganda has silenced the moderate voices and urged Christians to increasingly take refuge in their communities, at most resisting this new type of colonization, by remaining anchored to their tradition.
The political use of Islam was accelerated in 1979 with the Iranian revolution and the assault on the Twin Towers in New York in 2001. However, it mainly feeds on a sense of crisis that pervades Muslim communities, who feel out of place in the modern world, incapable of producing influential and desirous cultures while at the same time wanting to live their religious faith.
The (easy) option is a return to the original Islam, the religious formalism proposed by the imams, who are repeating patterns taken from the past in every aspect of life: work, daily living, gender, justice, value of women, apostasy, etc..
The governments of the Middle East, all extremely fragile, depend on aid from Saudi Arabia and suspend the already marginal political value of the Christians - a minority - often they do not defend Christians, but prefer to leave more room in society to Islam, though sometimes they appeal for society to be protected from terrorism.
The West, for its part, by supporting the cause of Israel, the wars in Afghanistan and Iraq, has also chosen a conflictual path in the relationship, while maintaining economic ties, and relegating cultural and religious dialogue to last place.
Not to mention the tendency in the West to blame itself for all the problems of the Arab world, attaching them to its colonial past. A West that defends sharia as an untouchable cultural element, which defends all the rights except that of religious freedom … it must be said that these positions of the West strengthen Islamism, which is convinced of the West’s “predator” and “atheist” character and he sees in the oppression of Christians (”Crusaders”) a victory for these positions.
This situation of insecurity, war, cultural oppression is emptying the Middle East of Christians. Emigration is the road chosen by many, often forever.
In Lebanon, at the time of the Constitution in ‘46, about 60 years ago, there was a small Christian majority, compared to Muslims and Druze. Now nobody wants to do a census, but Christians have fallen below 40% (perhaps 35%). And this is undermining the country’s political balance. In other countries of the region, like Turkey, we see the Christian presence in free fall: in the space of a century it has dropped from about 20% to 1%.
Some years ago the Custody of the Holy Land presented some striking data. It claims that between 1840 and 2002, the Christian population of Jerusalem fell from 25% to 2%. In 1863, Bethlehem was an almost entirely Christian city with 4400 Christians to 600 Muslims. Even in 1922 there were still 5838 Christians and only 818 Muslims. But in 2002 the City of David is home to only 12 thousand Christians, while Muslims are now 33,500.
Dr. Bernard Sabella, of Bethlehem University, a scholar of labour migration, says that since 1948 at least 230 thousand Arab Christians have left the Holy Land; since the war of 1967 35% of the Palestinian Christian population has emigrated. It is expected that in 2020, Christians will represent only 1, 6% of the total population. The unstable political situation, tensions with Israel which slow development and job prospects, the growth of Islamism among Palestinian Muslims (in a population that once was the most secularized in the Middle East); any violent incident against churches and Christian schools, especially in Gaza are all contributing factors to Palestinian emigration.
The case of Iraq
The situation of Christian communities in Iraq is even more emblematic. Since 2003, the year of the U.S. invasion and ouster of Saddam Hussein, the country has become unstable, insecure, with fundamentalist groups that fight foreign troops, but also their Iraqi “allies”, Muslims or Christians.
The lack of security, the slowness with which the political alliances and governments were formed have increasingly deteriorated the situation.
In this sense, Christians have suffered the same trials and violence as other groups - Sunnis, Shiites, Yazidi, Arabs, Turkmen, etc. ..
The Christians were, however, a particular target of violence, to the point that many bishops feared the existence of a plan to rid Iraq of Christians, similar to the 1970s when there was one to drive Christians from Lebanon.
The culmination of this open persecution emerged in the Oct. 31, 2010, terrorists attack on the church of Our Lady of Perpetual Help in Baghdad. In the afternoon, while Sunday Mass was being celebrated, a group of youths - 14-15 years of age - fully armed with machine guns and grenades entered the church and began to shoot, detonating their grenades among the faithful gathered for the Eucharist . 55 people were killed, among them many children, women, elderly as well as two priests, along with about 70 wounded [2].
The attack was immediately claimed by the “Islamic State of Iraq”, a cell of al Qaeda in Iraq. In their rambling statement, they claim that the attack was retaliation against the Egyptian Church, “guilty” of incarcerating two Christian women who wanted to become Muslim.
It is important to note that since then they say that all Christians of the Middle East have become “legitimate targets” of the war of Islam against idolatry and against the “pollution” that Christians bring to Arab culture [3], referring to the church targeted in the attack as a “dirty den of idolatry.” [4]
Christians are therefore “legitimate targets” for allowing more dialogue between East and West, for having encouraged a growth in the values of modernity Arab culture, for affirming the dignity and equality of women and men, for offering education to girls, for nurturing a mature secular state, for accommodating all religious minorities.
This explains why in all these years in Iraq priests, bishops, but also lay faithful - Christian university students, male and female, university professors, professionals - have been targeted.
Al Qaeda is against the Christian faith and its contribution to the advancement of society, wanting to return the country to primitive Islam, where the woman stays at home and does not study, where there is no culture if not the literal study of the Koran, where pluralism is absent from society.
The bombing of the church of Our Lady of Perpetual Help has led many Muslim intellectuals to (re) discover the value of the Christian presence in the Middle East, and some have launched the slogan: Let us save the Christian presence in the Arab world [5].
The invitation of the Synod on the Middle East
One important coincidence is that a few days before the attack in Baghdad the Synod on the Churches in the Middle East had just concluded at the Vatican, where the importance of the presence of the Eastern Churches in the fabric of the Middle East was stressed.
And the Synod launched the urgent invitation to Christians to “remain” in the Middle East, not for masochistic voluntarism or blindness, but in the name of the vocation and mission that Christians have in these lands [6].
The Synod’s invitation to “stay” was voiced by Benedict XVI to the Christians of the Holy Land, during his trip in May 2009 [7].
This “stay” is an integral part of the search for a more complete religious freedom, but also that of a constantly growing collaboration as equal citizens of Middle Eastern society.
Arab Spring
A historic occasion for the implementation of this mission is the turbulence that is crossing many countries of the Middle East.
The so-called “Arab Spring” or “jasmine revolution” that began in Tunisia and spread to Egypt, Algeria, Morocco, Libya, Yemen, Saudi Arabia, and especially Syria.
All of these riots started because of hunger (rising food prices), unemployment, injustice, corruption. The many young people who participated in the demonstrations were asking in particular for dignity and work, but also democracy and constitutional reforms to eliminate the personal dictatorships that dominated their country for decades, enriching themselves and groups linked to them.
The demonstrations were mostly non-violent and without Islamic confessional elements. Indeed, especially in Egypt, the friendship between Christians and Muslims was openly stressed and the demand that the constitution ensure full citizenship to all the minorities remains.
It is true that the situation of greater freedom created by with the fall of dictators (in Tunisia and Egypt and now in Libya), is bringing out the highly organized Muslim Brotherhood or fundamentalist groups linked to al Qaeda, (in Libya), who make their influence felt.
It is possible that in future elections in these countries, fundamentalist forces may gain the upper hand, aided by their organization and perhaps even the ignorance and illiteracy of the masses.
The fear of a future dominated by fundamentalists has pushed and is pushing almost all the Christian leaders to see every change of regime in a negative way and to condemn the “Arab Spring”.
Not so among the Christian laity, who instead are divided between advocates of change and supporters of these regimes.
The most typical example is Syria for months in revolt at first, non-violent, but now in danger of generating a civil war. The leaders of Christian churches, however, continue to defend Bashar el-Assad. In the words of Melkite Greek-Catholic Patriarch Gregory III Laham, “We are not afraid of Islam. We are afraid of a chaos taking over, similar to that in Iraq. ” [8]
The pope, for his part, called on Christians to pray, but he also asked the parties to find ways of reconciliation, also seeing just demands in the requests of the anti-Assad protesters.
It is a critical moment of discernment for the Christians of the Near East, to augment the demands for justice with the need for order, security and freedom. And that is part of their mission and of their “staying”.
Concluding this overview, it is worthwhile to at least touch on some important paths that are emerging in these times and which mark that a change is underway in the Middle Eastern world:
a) increasingly the Muslim world, including Muslim institutions, are openly condemning terrorist violence;
b) many Muslim intellectuals have spoken out in defence of Christians and their presence in the Middle East, and for their contribution to society, without which their lands would become “barbaric” and places of perpetual ethnic wars;
c) facing the threat of extinction of Christians in the Middle East, the various churches are seeking ways to collaborate and to evangelize together, e with a much more solid ecumenism than in the past (see in particular Turkey, Iraq, the Holy Land);
d) the Christian communities of the Diaspora do an excellent job in supporting religious freedom in their communities of origin, but are tempted by a singularly conflictual approach to the Islamic world, without being of real help to the mission of Christians in Middle Eastern societies;
e) the West (see the U.S. and Europe) seem less interested in a Middle Eastern solutin in justice, peace and respect for human rights. Their only concern is maintaining economic ties without any political or cultural dialogue;
f) the churches of the West are engaged in charity and in solidarity with the churches of the East, but hesitate to suggest ways of engagement in
Middle Eastern societies inspired by the social doctrine of the Church; at the same time they fail to influence their governments to bring political and cultural pressure to bear on the Middle Eastern States.
[1] Cfr.: AsiaNews.it, 04/03/2009, Islamic countries reject al Qaeda, but also American policy.
[2] For the massacre’s story told by the injured, s. AsiaNews.it, 11/25/2010 The martyrs of the massacre in Baghdad, a sign of unity for all Iraq’s Christians (by Simone Cantarini) and AsiaNews.it, 11/30/2010 I try to forget, but I will always see the blood stained church of Baghdad (by Giulia Mazza).
[3] Cfr AsiaNews.it, 11/03/2010 Al Qaeda threat: Christians are legitimate targets.
[4] Cfr. CBN News, 11/05/2010, Al Qaeda Group Promises Attacks On Iraqi Christians.
[5] For all, s. AsiaNews.it, 11/13/2010 Christians in the Middle East essential for the survival of the Arab world.
[6] Cfr the nn 106-110 of Instrumentum Laboris on “The Catholic Church in the Middle East:Communion and Witness”, Vatican City, 2010; the No. 5 of “Message to the People of God” (cfr. AsiaNews.it, 10/23/2010, Synod for the Middle East: a Message to the People of God ).
[7] Cfr. AsiaNews.it, 05/10/2009, Pope prays Christ will give “his courage” to the Christians of the Holy Land.
[8] Cfr. AsiaNews.it, 08/09/2011 The Pope’s appeal and the fears of Christians in Syria.
AsiaNews-09/14/2011 12:12
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21.6.2011 von dragonX6.
Tripolis (Fidesdienst) – „Es überrascht mich, dass die Wohnung von Khouildi Hamidi unter Beschuss genommen wurde, denn ich habe nicht den Eindruck, dass es sich um eine militärische Kommandozentrale handelt“, so der Apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli zum Fidesdienst.
Nach offiziellen Angaben aus Libyen sollen bei einem Bombenangriff der Nato auf Soram, rund 70 Kilometer westlich von Tripolis 19 Menschen gestorben sein. Ziel des Luftangriffs, so ein Sprecher der Regierung in Tripolis soll die Wohnung von Khouildi Hamidi unter Beschuss genommen, der zu den 12 Mitgliedern des Revolutionsrates gehört. Die Nato erklärt unterdessen, Ziel des Luftangriffs sei eine militärische Kommandozentrale gewesen.
„Ich kann es vielleicht nicht beurteilen, aber ich war mehrmals in dem Haus und es scheint sich um eine normale Wohnung zu handeln“, so Bischof Martinelli, der Hamidi als „einen offenen Menschen“ beschreibt, der den Menschen nahe steht. „Ich habe ihn erst vor kurzem persönlich getroffen“, bekräftig der Bischof.

GenMaj H. Hamidi (Mitte)
„Es tut mir sehr leid, dass viele seiner Angehörigen bei dem Bombenangriff starben“, so der Bischof weiter, „Er und sein Sohn wurden nicht unter den Opfern genannt. Vielleicht konnten sie sich retten. Wie libysche Radiosender berichten, sollen 19 Menschen ums Leben gekommen sein, bei denen es sich größtenteils um Frauen handelt“, so der Apostolische Vikar von Tripolis, der abschließend im Vertrauen betont: „Ich bin zunehmend verbittert darüber, dass kein Wille bestehen zu scheint, sich um eine friedliche Lösung der Krise zu bemühen“. (LM)
(Fidesdienst, 21/06/2011)
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20.1.2011 von dragonX6.
Als Papst Benedikt XVI. am 8. Mai des letzten Jahres dem Rücktrittsgesuch Bischof Walter Mixas sowohl vom Augsburger Bischofsstuhl wie auch vom Amt des (Katholischen) Militärbschofs für die Deutsche Bundeswehr stattgab, wurde allgemein mit schnellen Nachbesetzungen gerechnet. Am 8. Juli wurde der Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa zum Bischof der bayerisch-schwäbischen Diözese ernannt – die katholischen Soldaten der Bundeswehr und ihre Seelsorger warten noch heute auf einen neuen geistlichen Führer.
Schon im Juli des letzten Jahres hatte Gernot Facius in der WELT auf den Nachbesetzungsbedarf hingewiesen; jetzt hat er – leicht verwundert – daran erinnert. In ungewohnt zackiger Manier bemächtigte sich auch der Berliner KNA-Korrespondent Volker Resing des Themas – im „Anhang Christ und Welt“ der Hamburger ZEIT, nicht gerade einer katholisch-freundlichen Adresse.
Resing spricht auch Plausibles aus. Es fehle an Freiwilligen unter den Diözesanbischöfen; einer aus ihren Reihen – so wollen es die Päpstlichen Statuten für die deutsche Militärseelsorge – muss das Amt des Militärordinarius zusätzlich zu seinem Bistum übernehmen. Keiner wolle den Job machen. Auch nicht der Essener Ordinarius Franz-Josef Overbeck, von dem gesagt wird, er habe schließlich in seiner Beauftragung als für Lateinamerika zuständiger Adveniat-Bischof den Rückzugspunkt von einer schon gegebenen Zusage gefunden. Denn dies vertrage sich nicht. (Warum eigentlich nicht? Hat nicht die durch Johannes Paul II. reformierte Militärseelsorge nicht unmaßgeblich dazu beigetragen, diesem Kontinent nach einer Phase der Militärdiktaturen zu einem neuen zivil-militärischen Miteinander zu verhelfen? Militärbischöfe in Zivil, die nach einigen Jahren des Dienstes „inter arma“ eine Diözese des Landes übernehmen konnten?)
Sei´s drum, Soldaten und ihre Seelsorger wissen, dass sie – wenn auch aus verschiedenen Gründen – zu Randsiedlern ihres jeweiligen gesellschaftlichen Umfeldes geworden sind.
Bleibt also Resings Vorschlag, das Amt des Feldbischofs fest mit dem Berliner Erz-Stuhl zu verbinden, quasi als kirchlicher Frühstücksdirektor, den Regierenden immer nahe. Das könnte nicht gut gehen, wie viele geschichtliche Beispiele, auch über Deutschlands Grenzen hinaus, belegen. Charme könnte jedoch der Hinweis auf Görlitz entfalten. Warum nicht einen erfahrenen Seelsorger aus der Alt-Bundesrepublik auf den Görlitzer Bischofsstuhl bringen, der neue Ansätze einer missionarischen Pastoral mitbringt. Vielleicht sogar aus der Militärseelsorge, wo sich der raue Wind der religiösen Minderheitenlage noch nie durch Flucht in einen Winkel abwehren ließ. Hier wäre sogar ein allseits respektierter Namen zu nennen:

Msgr. Georg Kestel (55), seit 2006 Generalvikar im Erzbistum Bamberg. Kestel war Jugendseelsorger in der Heimatdiözese, dann Standortpfarrer und Rekrutenseelsorger, schließlich deutscher Pilgerleiter der Soldatenwallfahrt nach Lourdes und Chef der Seelsorgeabteilung in der Kurie des Militärbischofs. Außerdem soll er die säkularisierte deutsche Hauptstadt als kulturell sehr anregend empfunden haben – eine Seltenheit im örtlichen Klerus.
Wenn aus dem Modell Görlitz/Kestel nichts werden sollte, bliebe nur ein Ausweg – der Sprung nach vorn zum „Hauptamtlichen“. ( Das wird intern kontrovers diskutiert. Die Argumente pro und contra sollen andernorts gewogen werden.) Warum?
- Der Lebens-, Arbeits- und Einsatzraum Bundeswehr spiegelt wie kaum ein anderer „moderne“ Lebensbedingungen wider, die pastoral bewältigt werden wollen. Der „Chef-Koch“ gehört in die Küche, nicht in den Empfang.
- Benedikt XVI. hat den Armee-Bischöfen aufgetragen „dafür zu sorgen, dass die Militärseelsorger wirkliche Kenner und Lehrer dessen seien, was die Kirche in Bezug auf den Aufbau des Friedens in der Welt lehrt und tut“. Dazu muss der Militärbischof selbst „Meister des Fachs“ und nicht „Vor-Leser“ von Referentenentwürfen sein.
- Die durch die Seelsorge-Begleitung in kriegsähnlichen Einsätzen gebeutelten Militärpfarrer, die durch kriegerische Gewalt im wahrsten Sinne des Wortes körperlich und seelisch „getroffenen“ Soldaten und ihre Familien brauchen ein „Gesicht des Vertrauens“, einen Begleiter und Brückenbauer in gesellschaftliche Umwelten, aus denen sie ausgewandert oder verdrängt worden sind.
- Die Bundeswehr erlebt in dieser Zeit einen Neubau. Vieles steht zur Disposition. Der Militärbischof gehört als Architekt auf diese Baustelle, nicht nur als Buchhalter, um die Seelsorge neu und tiefer in den Streitkräften zu verankern.
All dies lässt sich in einem „Nebenamt“ nicht machen. Gebraucht wird ein ganzer Mann Gottes, der schlicht „da ist, wo er gebraucht wird“. Hoffentlich wird er bald gefunden und kann unter solchen Bedingungen seinen Hirtendienst leisten, die es ihm erlauben, vom Besucher zum „guten Kameraden“ zu werden.
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1.6.2010 von dragonX6.
Das hätte sich Bundespräsident Horst Köhler in schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können, dass das Flaggschiff der konservativen deutschen Presse, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, ihn nach seinem Rücktritt als „Fahnenflüchtling“, als „illoyal und feige“ abqualifizieren würde. Wenn denn sein abrupter Abgang aus der Politik eine Botschaft an das Volk, die „politische Klasse“ und die Öffentlichkeit enthalten sollte, war sie sicherlich anders gemeint.
Der Rücktritt des Präsidenten war historisch. Vor dem jetzigen Rücktritt gab es nur einen Vergleichsfall. Das war nicht der taktisch begründete und nur formal als Rücktritt einzustufende Akt des Heinrich Lübke. Am 9. November 1918 folgte der Inhaber des Präsidiums des Bundesrates (Titel: Deutscher Kaiser), der preußische König Wilhelm II., der Forderung der Obersten Heeresleitung, sich in die Niederlande abzusetzen.
Der Krieg, auf dessen Verlauf Wilhelm II. faktisch keinen Einfluss nehmen konnte, war verloren, in der Heimat die Revolution ausgebrochen. Wilhelm war isoliert – wie es das Foto von der Flucht am Grenzbahnhof Eysden trefflich zeigt. Er war am Ende. Ist Horst Köhler ein feiger Verräter, der seinen Amtseid dann kündigt, wenn das Volk, dem zu dienen er selbst in seinen letzten Worten als Präsident eine Ehre genannt hat, diesen Dienst besonders braucht?
Wir glauben, dass dem nicht so ist. Horst Köhler hat denen „den Bettel hingeschmissen“, die nach seiner Überzeugung seine Person und das von ihm bekleidete Amt missbraucht haben.
Natürlich, der als Grund benannte Anlass – die Kritik an Äußerungen zur Zielsetzung deutscher Sicherheits- und Militärpolitik - rechtfertigt den vollzogenen Schritt nicht. Wenn sich der Präsident politisch äußert, muss er sich auch politische Kritik gefallen lassen. So weit, so gut. Aber nicht von denen, die sie im gegebenen Fall geübt oder – schlimmer noch – so beredt geschwiegen haben.
Die Unionsparteien haben sich schon vor achtzehn Jahren in den Verteidigungspolitischen Richtlinien (VPR) des Verteidigungsministers Volker Rühe festgelegt:
„Dabei läßt sich die deutsche Politik von vitalen Sicherheitsinteressen leiten:……. (8) Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung“.
Im Weißbuch 2006 der Bundesregierung der Großen Koalition heißt es: „Die Sicherheitspolitik Deutschlands wird von den Werten des Grundgesetzes und dem Ziel geleitet, die Interessen unseres Landes zu wahren, insbesondere:…….den freien und ungehinderten Welthandel als Grundlage unseres Wohlstands zu fördern und dabei die Kluft zwischen armen und reichen Weltregionen überwinden zu helfen.“
Bundespräsident Köhler ist von diesen Aussagen keinen Millimeter abgewichen.
Die gegenwärtige Opposition – die Linke, die aufgrund ihrer Geschichte und Gegenwart sich ohnehin moralisch-politisch in Militärfragen noch ein Mitspracherecht verdienen muss, ausgenommen - sollte die Lautstärke der Kritik herunterschalten. Denn die entscheidenden allgemeinen Grundsätze für die von Köhler angesprochenen wirtschafts- und handelspolitischen Anwendungsfälle deutscher Militärpolitik sind auch in den VPR des Ministers Peter Struck vom 21.05.2003 – in rot-grüner Koalition also -enthalten, in denen die Bundeswehr ein wesentliches Element „internationaler Konfliktverhütung und Krisenbewältigung“ genannt wird. Diejenigen, die heute scharfe Kritik an der Person des bisherigen Bundespräsidenten üben, konnten damals lediglich verhindern, dass das längst geplante Weißbuch weder von Rudolf Scharping noch von Peter Struck zu Ende gebracht wurde. Das blieb dann dem glanzlosen CDU-Minister Franz-Josef Jung vorbehalten. Gegen den an der Sache völlig unbeteiligten Präsidenten wurde jetzt aber nachgekartet.
Bei den Medien konnte man den Eindruck gewinnen, dass dort die älteren Vorgänge schlicht unbekannt waren. Typisch, denn Sachverstand hat auf dem sicherheitspolitischen Politikfeld den denkbar niedrigsten Stellenwert. Nirgendwo kann sich politisch-moralisches Bekennertum, das traditionelle Markenzeichen deutschen Gesinnungsjournalismus´, ungehinderter entfalten denn hier, in Politik und Medien. Die Kampagne gerät dann mangels sachlicher Gehalte schnell zum Selbstzweck.
Dass aber auch die schwiegen, die ihn zum Bundespräsidenten gekürt hatten, oder schlimmer noch: in die Entrüstungskritik einfielen, um ja nicht vom politischen Gegner in ethicis überholt zu werden, war für Köhler besonders bitter. Nicht er war seiner Rolle, wie jetzt die Presse meint, nicht gewachsen, sondern „die“ Politik machte nur zu deutlich, dass ihr an einer wirklichen Vermittlung ihrer Themen und Entscheidungen zum Volk hin – eben auch mit Hilfe des Bundespräsidenten – gar nicht gelegen ist. Zumal in der Sicherheitspolitik, wo – allen Deklarationen zum Trotz (es gibt nur wenige Ausnahmen) – durch ein Neusprech in Orwell´schem Format und Informationsunterdrückung das Publikum seit über 20 Jahren systematisch außen vor gehalten wird - ein Publikum, das ohnehin von „Krieg“ am liebsten nichts hören will.
Horst Köhler stand nun da wie ein tumber Tor. Er erkannte sich als denjenigen, der offensichtlich als einziger meinte, um unserer Soldaten und der Glaubwürdigkeit der Politik willen müsste die ganze Wahrheit sicherheitspolitischer Zielvorstellungen offenbar gemacht und in offenem Diskurs vermittelt werden. Das war bitter – und wohl der Auslöser für den plötzlichen Rücktrittsentschluss. Es ehrt Verteidigungsminister zu Guttenberg, dass er in dieser Situation zum Bundespräsidenten und zur wehrpolitischen Wahrhaftigkeit stand, auch wenn aus dem Kanzleramt dafür nicht mit Dank zu rechnen ist.
Für wie gewichtig das Präsidentenamt in Deutschland tatsächlich gehalten wird, zeigt sich an der Art und Weise, wie man jetzt öffentlich über die Nachfolge Köhlers verhandelt. Das hängt mit der auf diese Weise bekundeten Tatsache zusammen, „dass ein Bundespräsident keinen wirklichen Schaden anrichten kann (taz).“ Daran wird sich nichts ändern, so lange der Präsident lediglich eine „Bundesversammlung“ zur Legitimationsbasis hat. Doch an einer Änderung ist dem Herrschaftssystem der politischen Parteien nicht gelegen. Die schon im Juni 2007, wie übrigens auch durch seinen Amtsvorgänger Johannes Rau geschehen, von Köhler in einer TV-Talkschau ventilierte Direktwahl des Präsidenten hat darum keine Chancen.
Hat also der Mohr seine Schuldigkeit (nicht) getan und kann jetzt gehen? Es wäre für das Amt des Bundespräsidenten, die Bürger dieser Republik und für Horst Köhler selbst sehr zu wünschen, dass es damit kein Bewenden hat. Flucht wäre es in der Tat, wenn sich Köhler jenen Spruch zu eigen machte, der dem letzten sächsischen König Friedrich August III. für seine Erstbegegnung mit den Vertretern der Revolution am 13. November 1918 in den Mund gelegt wird: „Macht Euch Euren Dregg alleene!“
Außerhalb des Bellevue, ohne die Verpflichtungen des Amtes, sollte Horst Köhler öffentlich Rechenschaft ablegen über die wirklichen Gründe seines Amtsverzichtes. Wir vermuten, dass der ehemalige IWF-Direktor etwa von seiner Rolle als Unterschriftenautomat bei den jüngsten finanzpolitischen Entscheidungszumutungen sprechen wird, die noch gravierender sein dürfte als die Abstimmungsautomatik im Deutschen Bundestag. In der Tat, wer denn überhaupt als das Staatsoberhaupt kann in der Stunde der Gefahr dem Volk die Wahrheit zumuten. Jetzt ist dafür die rechte Zeit. Wenn Horst Köhler das tut, kann er sich zu recht auf die Ehre berufen, Deutschland und seinem Volk gedient zu haben.
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5.5.2010 von dragonX6.
Zum Dragon-Blog gehört eine Foto-Website, die teilweise Beiträge des Dragon-Blog ergänzt. Den Zugang finden Sie hier.

Folgende Bildstrecken sind gegenwärtig verfügbar:
1. „Von Berlin nach Brandenburg-Görden“: Franz Jägerstätter (1907-1943)Zu:
9.11.2007
Itinerarium Franz Jägerstätter Berlin-Brandenburg/Havel - 2. November 2007
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2. „Berlin bei Nacht“ (19.10.2007)
3. „Am Bogensee“ (06.10.2007)
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4. Spanische Märtyrer (Rom 2007)Zu:
14.11.2007
„;Ellos se lo buscaron!“
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5. „Et si omnes“-Philipp Freiherr von Boeselager (1917-2008)Zu:
14.9.2009
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6. Ad memoriam Tadeusz Ploski, Kath. Militärbischof von Polen (10.04.2010)
11.4.2010 ================================================================================== 7. Jerusalem (März 2010)Zu:Israel: Grenz-Überschreitung
19.3.2010
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19.3.2010 von dragonX6.
Zugegeben: durch die Angaben im aktuellen Dumont-Reiseführer Israel (2010) zum Thema „Sicherheitsbefragungen“ waren wir vorgewarnt. Fragebatterien mit dem Warum, Mit wem, Wohin etc. seien zu erwarten. Nur keine Trotzreaktion, und „äußerste Geduld“, sonst …., wurde angeraten.
Im Ben-Gurion-Flughafen, Tel Aviv, kommt die erste Kostprobe. Der Beamte, meinen Pass in der Hand, fragt mich, ob ich Deutscher sei. Sodann interessiert er sich – zweimal - für meinen Vornamen, der ihm vielleicht angesichts des Geburtsdatums (1946) zu germanisch klingt. (Hätte ich ihm erklären sollen, dass ich als Katholik einen langobardischen Schutzpatron des 11. Jahrhunderts habe ?). Dann folgen die W-Fragen und eine Kritik am Passfoto, das – so wage ich einzuwenden – nach zehnjähriger Laufzeit des Dokuments schlecht aktuell sein könne. Die Vernehmung wird unwirsch beendet.
Grenzort Taba auf dem Sinai, das Gepäck war für einen dreitägigen Ausflug sichtlich gemindert. Das interessierte hier auch nicht. Es geht um eine Ausreisegebühr, von der in keiner Information etwas zu lesen war. Es bestehe bei einer Wiedereinreise die Chance, das Geld zurück zu bekommen. Allerdings, wie sich dann herausstellte, nur bei dortiger Unterbringung in Hotels internationaler (U.S.-)Ketten, die auch im nahen Eilat vertreten sind. Während der Rest der Gruppe in solche Verhandlungen verwickelt war, werde ich, aus gehörigem Abstand den Grenz-Check-Point fotografierend, von einem jungen Mann in Freizeitkleidung, mit umgehängtem Schnellfeuergewehr, angesprochen. Keine Fotos! Wo das stehe, meine Antwort. Er teile mir das jetzt eben mit, meint er. „Mit welchem Recht“, war dann meine Rückfrage. „Security“. Und die Uniform? Er berührt sein Gewehr, das sei genug.
Der Härtetest fand dann für einen Inlandsflug nach Tel Aviv in Eilat statt. Nur wenige Fluggäste sind „abzufertigen“, die stattliche Schar der „Securities“ scheint unterbeschäftigt. Sie stürzen sich – fast ausnahmslos junge Frauen -förmlich auf unsere Vierer-Gruppe, das Gepäck wird gründlichst gefilzt. Die Pässe gehen von Hand zu Hand. Unglückseligerweise hatte ein Gruppenmitglied vor Jahren von Australien aus einen Kurztrip nach Indonesien unternommen. Das sollte ihm jetzt leidtun. Nach jedem Ort, nach jedem einzelnen Tag wird gefragt. Aber auch zur aktuellen Reise: jedes Hotel, jeder Ort (offensichtlich sind „holy places“ des Christentums nicht als legitimer Reisegrund anerkannt) – die „W“-Liste nimmt schier kein Ende mehr. Dazu ein aggressiver, feindseliger Ton, der keine unbefohlenen Rückäußerungen zulässt. Ein vorsichtiger Hinweis auf (frühere) Dienste in Bundeswehr und German MoD bleiben ohne jede Wirkung, das habe „no relevance“.
Rückflug, Ben Gurion: 7 Passkontrollen, drei Gepäckdurchsuchungen und – warten. Eine nicht kleine Gruppe orthodoxer Juden mit blauen US-Pässen hat es offensichtlich sehr viel einfacher, ebenso eine Schar von US-Offizieren im Kampfanzug, wahrscheinlich mit einer entsprechenden Clearence ausgestattet. Sie bewegen sich, als ob sie hier zu Hause wären.
P.S. Zu Hause, Berlin-Tegel: Nur der Pass wird flüchtig kontrolliert, ein Zoll-Begrüßungs-Komitee bleibt untätig, aber lächelt. Ein älteres, Ivrit sprechendes Paar vor mir wendet sich in Englisch an den Beamten und legte seine weinroten Pässe mit Bundesadler vor. Ihr jugendlicher Begleiter drängelt mich bei Seite, um Anschluss zu halten, ganz so wie beim Beginn der Reise in Tel Aviv.
Um nicht missverstanden zu werden: Wir wenden uns nicht gegen scharfe Sicherheitsmaßnahmen, wie sie Israel als besonders gefährdeter Staat auch im Reiseverkehr treffen muss. Das war auch vor 32 Jahren so, als ich zum ersten Mal im Heiligen Land war. Doch durch – und dann noch offensichtlich ineffektive – „Vernehmungen“ das Recht auf Freizügigkeit anzutasten, hat in einem Rechtsstaat keinen Platz. Wir Deutschen können uns noch zu gut an das seinerzeitige innerdeutsche Grenzregime erinnern. Ein Land, das eine solche Praxis für nötig hält, darf sich nicht wundern, wenn dann Touristen ausbleiben. Jetzt verstehe ich den Hinweis der Berliner ADAC-Geschäftsstelle vor Antritt der Reise, Länderinformationen für Israel seien mangels Nachfrage nicht mehr verfügbar. Der erste Platz Israels bei der gerade in Berlin zu Ende gegangenen Tourismus-Börse wird daran kaum etwas ändern können. Es sind einfach Grenzen überschritten, die mir jedes Motiv nehmen, unter solchen Bedingungen noch einmal nach Israel zu reisen.
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12.11.2009 von dragonX6.
Eine pfiffige Idee hatte Chefredakteur Josef König von KOMPASS, dem Monatsblatt der Katholischen Militärseelsorge: im November-Heft, 20 Jahre Mauerfall gewidmet, den konservativen (in Brandenburg gebürtigen) Ex-Inspekteur des Heeres Jörg Schönbohm gegen den letzten SED-Vorsitzenden Gregor Gysi (Berlin) antreten zu lassen, der damit wohl auch sein Debut in einer Kirchenzeitung hatte. Der ansonsten außerhalb der Bundeswehr noch zu wenig wahrgenommene KOMPASS produzierte damit Schlagzeilen:
„Gysi lobt Kirchen: Die Kirchen haben nach Überzeugung des Linken-Politikers Gregor Gysi als moralische Impulsgeber der Gesellschaft fundamentale Bedeutung“ titelte etwa die Düsseldorfer Rheinische Post.
Was war geschehen? Der offensichtlich auch in Kirchenfragen stramm konservativ denkende Ex-General, ehemalige Staatssekretär, Senator und Minister Schönbohm bescheinigte im KOMPASS-Interview seiner evangelischen Kirche – sozusagen pünktlich zum erneuten Händeschütteln von SPD und SED-Nachfolgepartei im Lande Brandenburg – in der DDR „auch ein Hort des Widerstandes und Ungehorsams“, ein „Impulsgeber für einen Demokratisierungsprozess“ gewesen zu sein. (Hinter dem „auch“ verbergen sich, daran darf hier erinnert werden, u.a. eine Vielzahl moralischer und theologischer Invektiven der (Friedens-) „Kirche im Sozialismus“ – Leitung wie Pfarrerschaft - unisono mit den Staatsorganen gegen die „NATO-Kirche der BRD“ mit ihrer „billigen Gnade“ – zumal die (evangelische) Militärseelsorge.
Gregor Gysi kontert mit dem Argument, die nach Schönbohm „massiv unterdrückte“ evangelische Kirche habe die DDR anerkannt und sich in ihr eingerichtet, allerdings – im Gegensatz zur katholischen – einer nicht religiös motivierten Oppositionsbewegung Unterschlupf gewährt und so wichtige Impulse für die Wende geliefert. Die Katholiken verhielten sich hingegen politisch abstinent, der Vatikan sei sogar bereit gewesen, im Gegenzug für die Anerkennung des diplomatischen Doyenats des Apostolischen Nuntius die völkerrechtliche Anerkennung des Arbeiter- und Bauernstaates vorzunehmen. Vater Klaus Gysi, als langjähriger Kirchenstaatssekretär wichtiges Ausführungsorgan kommunistischer Religions- und Kirchenpolitik, wird wohl darüber geplaudert haben…
Nach der Wende – darin sind sich Schönbohm und Gysi einig – entfielen Effizienz und überhaupt die Notwendigkeit politischen Wirkens der Kirchen in den neuen Bundesländern. (Die reale Präsenz des verkirchlichten Katholizismus auf kommunaler und Landesebene wird hier gern übersehen.) Was soll den Kirchen aber in Gegenwart und Zukunft bleiben? Neben einer allgemeinen , eher nebulösen „Korrektivfunktion“ (ohne „Verbindlichkeit“) die „Vermittlung allgemein verbindlicher Moralregeln und grundlegender Werte“ (Schönbohm) bzw. die „Aufstellung allgemein verbindlicher Moralnormen“ (Gysi). Religion und Glauben haben demnach zuerst instrumentellen Charakter; das sehen beide so. Die Differenz zwischen den Optionen besteht darin – und das überrascht die Öffentlichkeit – dass der Konservative in traditioneller Weise nur nach den Folgen möglicher Moral-Losigkeit fragt („…verlottert eine Gesellschaft“), sich der Linke hingegen für die Voraussetzungen gesellschaftlicher Moral interessiert : Religion, Glauben, Kirchen.
Doch Vorsicht: das kann nur den überraschen, der zuvor den Hinweis auf den nicht mehr existenten Staatssozialismus überlesen hat. Denn letztlich macht „Macht“ die Moral – so die traditionelle marxistische Lehre. Gysi anerkennt insofern Religion als zeitweisen Platzhalter des realen Sozialismus – nicht mehr. Und das auch nicht ernsthaft, wenn man das Agieren seiner Partei im Streit um den Berliner Religionsunterricht betrachtet. Der Rekurs auf Religion, von Gregor Gysi auch früher schon medienwirksam inszeniert, ist bei Licht betrachtet ein Schiboleth für die Wiedererringung umfassender politischer Macht. Der Mann hat wirklich mehr Chuzpe, als der Chefredakteur und viele seiner Leser ahnen. Und: als Christen sollten sie sich daran erinnern, dass es seit Stiftung des Neuen Bundes keine gottlosen Gesellschaften mehr geben kann. Genau das braucht man nicht mehr zu fürchten.
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