Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Mein Dragon-Blog für Juni, 2011.
20.6.2011 von dragonX6.
Sources tell AsiaNews that a child is among the dead. NATO admits killing civilians, saying the incident was the result of weapons systems failure. The situation elsewhere in the city is stable. Despite air raids, hundreds of Catholics attend Mass services in Tripoli church.
Tripoli (AsiaNews) – Eight people, including a child, were killed in last night’s NATO air strike in Tripoli’s Souk al-Juma neighbourhood, local sources told AsiaNews. Dozens of families from the area have fled to other parts of the city or abroad.

Overnight, NATO acknowledged for the first time since the start of the war that it killed civilians, saying that the incident was due to a “weapons systems failure”. Souk al-Juma is about two kilometres from a military airfield, which was the strike’s intended target.
Despite the fear, the situation is table inside the city. “Stores, banks and public buildings are open,” the source said. “People are complaining about the air strikes, but everyone is trying to lead as normal a life as possible.”
On Friday, thousands came out to protest peacefully in Green Square demanding an end to NATO bombing.
Meanwhile, Tripoli’s tiny Catholic community is hanging on despite the bombs. “Hundreds of people took part in Mass,” the source said. “Some were not able to make because they couldn’t get from one side of the city to the other, not out of fear of the bombs.”
Since the start of the war, about 2,000 Catholics have been left in the Libyan capital, mostly foreign workers from the Philippines employed as nurses or doctors in the various hospitals of Tripolitania.
Today a delegation from the Apostolic Vicariate of Tripoli will try to reach Catholic migrants stranded in Sirte, where they are unable to reach the capital because of air raids.
(S.C.)
AsiaNews-06/20/2011 17:59
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
18.6.2011 von dragonX6.
|
Nach dem griechisch-melkitischen Patriarchen Gregorios III. Laham haben sich weitere katholische Bischöfe in Syrien hinter Präsident Bashar al-Assad gestellt. Nach dem chaldäisch-katholischen Bischof von Aleppo, Antoine Audo, übte auch der syrisch-katholische Erzbischof von Damaskus, Elias Tabe,
scharfe Kritik an der internationalen Berichterstattung über die Unruhen in Syrien. Beide bekundeten ihre Unterstützung für al-Assad. „Wir wollen Evolution und nicht Revolution. Wir sind für Veränderung, wenn sie einen säkularen Staat zum Ziel hat, der sich für das Gemeinwohl einsetzt und für Gleichheit und Recht und der die Gewalt eindämmt“. Das sagte Tabe in einem Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur Sir. Der Erzbischof befürchtet nach eigenen Angaben negative Auswirkungen auf die Christen im Land. Die christlichen Kirchen in Syrien seien für einen „demokratischen Weg“. Es werde Syrien gelingen, die notwendigen Reformen auch ohne internationalen Druck in Gang zu setzen, so Erzbischof Tabe. RV-kap 18.06.2011 pr |
Syrien: Bischöfe warnen vor Islamisierung und unterstützen Assad
Syrisch-katholischer Erzbischof Tabe und chaldäisch-katholischer Bischof Audo üben scharfe Kritik an internationaler Berichterstattung über Unruhen im Land - Sorge über islamistischen Hintergrund der Aufstände
17.06.2011
Rom-Damaskus, 17.06.2011 (KAP) Nach Patriarch Gregorios Laham haben sich weitere katholische Bischöfe in Syrien hinter Präsident Bashar Assad gestellt. Der syrisch-katholische Erzbischof von Damaskus, Elias Tabe, und der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, übten scharfe Kritik an der internationalen Berichterstattung über die Unruhen im Land, und sie bekundeten ihre Unterstützung für Assad.
Tabe sagte in einem Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR wörtlich: “Wir wollen Evolution und nicht Revolution. Wir sind für Veränderung, wenn sie einen säkularen Staat zum Ziel hat, der sich für das Gemeinwohl einsetzt und für Gleichheit und Recht und der die Gewalt eindämmt.” Der Erzbischof verhehlte nicht, dass er von dramatischen Veränderungen negative Auswirkungen auf die Christen befürchtet. Derzeit sei ein großes “internationales Spiel” gegen Syrien im Gang. Die Gewalt gehe vor allem auf das Konto von Terroristen, die aus dem Ausland eingesickert seien.
Der Weg der Reformen sei nicht leicht und brauche Zeit, die Mehrheit der Bevölkerung stehe aber hinter Assad, unterstrich Tabe. Die christlichen Kirchen in Syrien seien für einen “demokratischen Weg”, damit das Land nicht dem Fundamentalismus verfalle. Es werde Syrien gelingen, die notwendigen Reformen auch ohne internationalen Druck in Gang zu setzen.
Der Erzbischof von Damaskus erinnerte an die Worte von Papst Benedikt XVI. beim Amtsantritt des neuen syrischen Vatikanbotschafters am 9. Juni. Der Papst hatte damals die Notwendigkeit “wahrer Reformen” im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich unterstrichen. Diese Reformen dürften aber nicht im Zeichen von Intoleranz, Diskriminierung und Konflikt verwirklicht werden. Vielmehr sollten sie vom Respekt vor der Wahrheit, vor den legitimen Rechten der Personen und Gemeinschaften und von Toleranz geprägt sein.
Angst vor islamistischer Macht
Bischof Audo äußerte sich noch Assad-freundlicher. Der Bischof, der aus dem Jesuitenorden kommt, warnte im Gespräch mit dem Magazin des englischen Zweigs von “Kirche in Not”, dass Syrien nach einem allfälligen Sturz von Präsident Assad mit den gleichen Problemen konfrontiert werden könnte wie der Irak nach dem Einmarsch der Amerikaner und ihrer Verbündeten.
Wörtlich sagte Bischof Audo: “Wir wollen nicht wie der Irak werden. Wir wollen keine Unsicherheit und Islamisierung und keine Gefahr einer islamistischen Machtergreifung.” Syrien müsse gegen die Destabilierungsversuche Widerstand leisten, so der Bischof von Aleppo: “Die Fanatiker sprechen über Freiheit und Demokratie für Syrien. Aber das ist nicht ihr Ziel. Sie wollen die arabischen Ländern auseinanderdividieren, sie kontrollieren und ihnen Waffen verkaufen”, aber Syrien werde widerstehen. 80 Prozent der Bevölkerung, insbesondere alle Christen, stünden hinter der Regierung.
Bischof Audo sprach wörtlich von einem “Informationskrieg” gegen Syrien. Die internationale Berichterstattung sei nicht objektiv: “Wir müssen die Wahrheit als Syrer und als Christen verteidigen.”
Bereits am vergangenen Wochenende hatte der melkitisch-katholische Patriarch Gregorios III. Laham heftige Kritik am Westen geübt. Entgegen anderslautender Berichte im Westen brenne es in Syrien “nur in einigen bestimmten Gebieten”, sagte der Patriarch von Antiochien in einem “Radio Vatikan”-Interview. Was in Syrien geschehe, sei “keine echte Revolution”. Derzeit werde versucht, “einen Krieg zwischen den Religionsgemeinschaften zu provozieren”, diesem müsse unbedingt widersprochen werden, so der Patriarch.
Der Salzburger Kirchenhistoriker und Ostkirchenexperte Prof. Dietmar Winkler erläuterte im “Kathpress”-Gespräch, dass die Situation für die Christen in Syrien extrem schwierig sei. Auch wenn es sich in Syrien nach westlichen Maßstäben um eine Diktatur handle, gehe es den Christen im Vergleich zu anderen Staaten im Nahen Osten nicht schlecht. Jeder Umsturz könne nur zu einer Verschlechterung führen. Sunniten wie auch Schiiten hätten kein Staatsmodell, in dem es wirkliche Religionsfreiheit gibt. Christen würden wieder Bürger zweiter Klasse werden. Zudem, so Winkler, würden die Christen in Syrien auch keine Strategie im Ärmel haben, wie sie mit dem politischen Wechsel umgehen sollten.
Anders als in den meisten Ländern mit islamischer Mehrheit - drei Viertel der 17 Millionen Syrer sind Sunniten - ist der Islam in Syrien nicht Staatsreligion. Die arabisch-nationalistische Baath-Partei, die das Land seit 1963 regiert, steht offiziell für einen säkularen Kurs und stützt sich dabei geschickt auf die Vielfalt der übrigen Konfessionen und Religionen.
http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/39984.html
Geschrieben in Syrien, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | 1 Kommentar »
17.6.2011 von dragonX6.
Von Piero Gheddo, Päpstliches Institut für Auslandsmission

Der Krieg in Libyen wird medial meist sehr einfach dargestellt: ein brutaler Diktator führt Krieg gegen das eigene Volk – da muss ja die internationale Gemeinschaft eingreifen. Der katholische Bischof und Apostolische Administrator von Tripolis, Mgr. Giovanni Innocenzo Martinelli, sieht das differenzierter: er forderte wiederholt einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung (unter Einbeziehung der gegenwärtigen Regierung). Und er stellte dezidiert fest: „Bombenangriffe sind unmoralisch!“. Auch der Vatikan unterstützt – wenn auch mit vorsichtigeren Worten – die Position von Bischof Martinelli.
Der italienische Priester und Journalist Piero Gheddo vom Päpstlichen Institut für Auslandsmission, der mit Bischof Martinelli befreundet ist, hat in der von ihm gegründeten katholischen Nachrichtenagentur „Asia News” am 6. Mai einen bemerkenswerten Artikel publiziert, den wir – auch als Kontrapunkt zur täglichen Medienberichterstattung – unseren Lesern zur Kenntnis bringen möchten. Möglicherweise ist der Beitrag beim Erscheinen von „KC” bereits durch die aktuellen Ereignisse überholt. Dennoch meinen wir, dass der Artikel über die Tagesaktualität hinaus Bedeutung hat – im Sinne von: „Auch die andere Seite anhören”.
Ich war schockiert und überrascht, dass die italienischen Medien die Verurteilung des Krieges und die Vorschläge zum Dialog durch den Bischof von Tripolis verschwiegen haben, weil ich 2007 in Libyen gewesen bin und Mgr. Giovanni Martinelli kenne, der in Libyen als Sohn italienischer Siedler geboren wurde und seit 40 Jahren Bischof ist. Er vertritt deutlich seine Meinung, aber niemand oder sehr wenige hören auf ihn. In Übereinstimmung mit den Appellen des Papstes für Frieden in Libyen (sogar am Ostersonntag) hat der Bischof von Tripolis seine Stimme erhoben und verurteilt einen Krieg ohne Ende, der die Konflikte verschärft, Hass und Gewalt vervielfacht sowie eine sicherlich schlechtere Zukunft für alle Libyer bereitet. Vor kurzem sagte er: „Einen Dialog zu beginnen, ist das Beste, was zu tun ist. Die NATO-Bomben bringen nichts Gutes und wir müssen alle Parteien des Konflikts berücksichtigen, nicht nur die Rebellen.“ Er forderte dazu auf, eine Möglichkeit für den Dialog zwischen den Parteien zu bieten und die Kämpfe zu beenden. Am 5. Mai schlug der Bischof „einen ein wöchigen Waffenstillstand als Respekt vor dem menschlichen Leben, für die Familien und Libyen“ vor. „Es ist eine menschliche Geste und die Libyer sind sensibel für diese Akte, trotz der durch den Krieg verursachten Wut.“ Und Mgr. Martinelli appellierte an die Mitglieder der „Kontaktgruppe“ (die sich damals in Rom traf), „die Möglichkeit einer Übergangsregierung, die auch Mitglieder des Regimes einschließt, in Erwägung zu ziehen, um die Ausbreitung von Hass und Misstrauen unter der Bevölkerung zu vermeiden“.
Kurz gesagt: trotz der Appelle von Papst Benedikt XVI. und der sorgenvollen Worte des Bischofs von Tripolis ist die „humanitäre Intervention“, um die Libyer vor der Gewalt Gaddafis zu schützen, zu einem Krieg geworden, in dem der Westen auf der Seite der Kyrenaika gegen Tripolis Partei ergriffen hat. „Jeder spricht über die Hilfe an die Rebellen“, sagte Mgr. Martinelli, „die Zeitungen schreiben über die schwierige humanitäre Situation in den Städten der Kyrenaika, die dramatisch ist, aber niemand spricht über die Bevölkerung von Tripolis, die durch den Krieg und die NATO-Bombardierungen zerstört wird.“
Der Krieg in Libyen wird für Italiener und Menschen aus dem Westen zunehmend unverständlich, weil er drei Hauptfaktoren nicht berücksichtigt. Ich will sie kurz darstellen:
1. Libyen ist nicht Tunesien oder Ägypten, die einen einheitlichen Staat, starke Medien und eine intellektuelle Klasse haben. Das Buch„Gaddafi“ von Angelo Del Boca, einem ernsthaften und gebildeten Gelehrten (Yale University Press 2011), ist eine Pflichtlektüre, um wirklich zu verstehen, wie es Libyen an einer modernen entwickelten Gesellschaft fehlt und es statt dessen seit den Zeiten des Osmanischen Reiches in zwei Regionen, Tripolitanien und Kyrenaika, geteilt ist und auf dem Stamm, dem Clan, der Familie und den islamischen Bruderschaften beruht. Bei einer offenen Parteinahme im libyschen Bürgerkrieg statt zu versuchen, einen Dialog für eine Einheitsregierung zu initiieren, versenkt der Westen das Land in einen endlosen Abgrund von Guerillakrieg, Revanche, Terrorismus und Stammeskämpfen. Jene, die an Ort und Stelle leben wie Bischof Martinelli, die eine tiefe Liebe zum libyschen Volk haben, wissen das und man sollte auf ihn hören. Am Telefon sagte er mir: „Es gibt keinen anderen Italiener, der Libyen so gut kennt und das gesamte libysche Volk so liebt wie ich. Doch ich spreche und niemand hört mir zu.“
2. Gaddafi ist ein Diktator und dieses Wort sagt alles. Aber in der islamischen Welt war er der einzige, der versucht hat, sein Volk in die moderne Welt zu führen. Seit den 1990er Jahren bis heute hat er die reichen Ölressourcen dafür verwendet, Schulen, Spitäler, Universitäten und Gesundheitsstationen in den Dörfern zu errichten, er baute feste Straßen in der Wüste, stellte billige Wohnungen für alle zur Verfügung, tat viel für die Befreiung der Frauen, indem er Mädchen an die Schulen und Universitäten schickte (anfangs wollten die Universitäten sie nicht!), schuf für die Frauen günstigere Ehegesetze und beseitigte in den Dörfern die hohen Mauern, die den Innenhof begrenzten, in dem sich die Frauen aufhielten. Er förderte Wasser in der Wüste in 800 bis 1000 m Tiefe und pumpte es in 800 - 900 Kilometer langen Kanälen nach Tripolitanien und Kyrenaika in Zementbehälter (größer als ein Mensch). Heute hat Libyen Fließwasser für alle. Ich könnte das noch fortsetzen. Gaddafi ist ein Diktator und zur Unterdrückung des Aufstands hat er Mittel angewendet wie in ähnlichen Situationen in Syrien und Jemen. Es ist richtig, das zu stoppen. Aber ihn im Westen als einen blutdürstigen Diktator vergleichbar mit Hitler darzustellen, der um jeden Preis eliminiert werden muss, bedeutet, mehr Hass nicht nur gegen einen Menschen, sondern gegen all jene, die auf seiner Seite stehen, zu provozieren.
BISCHOF MARTINELLI ZUM KRIEG IN LIBYEN
„Es wurde für den Krieg entschieden, ohne vorher einen diplomatischen Weg zu suchen, der vielleicht möglich gewesen wäre. Das ist etwas, was mir sehr leid tut…. Gewiss, die Krise hätte verhindert werden können, wenn man den Bedürfnissen der jungen Menschen mehr Aufmerksamkeit gewidmet hätte. Doch der Krieg kann eine soziale Krise nicht kösen. Im Gegenteil, er verschlimmert das Ganze und es kommt zu einer Spirale der Zerstörung, aus dem man nur schwer wieder herausfindet.“ (20. 4. 11)
„Die Vereinten Nationen haben beschlossen, dass Krieg geführt wird und ziehen den Dialog als Mittel für eine Überwindung der Kontroverse nicht in Betracht. Alle wollen die Lösung mit Bomben erreichen. Dies ist sehr traurig, es ist schrecklich, denn es wird sich nichts ändern. Es ist eine Niederlage für die Menschlichkeit…. Die libysche Krise beschränkt sich nicht auf die Person Gaddafi alleine, sondern es betrifft das gesamte System der Beziehungen. Man sollte sich dabei nicht auf Misurata beschränken, sondern einen Weg finden, der alle Stämme und den Rest der libyschen Bevölkerung am Dialog beteiligt.“ (27. 4. 11).
„Die Bomben, wie genau sie auch sein mögen, fordern immer Opfer unter den Zivilisten. Bombardierungen sind als solche unmoralisch.. Auch die Behauptung des Bündnisses der Länder, die Libyen bombardieren, dass man Zivilisten vor Aggressionen schützen will, entspricht nicht der Wahrheit. Denn diese Bombenangriffe fordern oft Opfer gerade unter den Zivilisten, die sie angeblich schützen sollen.“ (2. 5. 11)
„Ich möchte betonen, dass Bombenangriffe nicht dem zivilen und moralischen Gewissen des Westens oder im allgemeinen der Menschheit entsprechen. Bombenangriffe sind immer unmoralisch… Ich respektiere die Vereinten Nationen und die NATO, aber ich muss darauf hinweisen, dass ein Krieg unmoralisch ist. Wenn es zu Menschenrechtsverstößen auf der einen Seite kommt, dann kann man diese nicht mit denselben Mitteln bekämpfen.“ (6. 5. 11)
„Gewiss gibt es auf beiden Seiten Schuld, die der Vergebung bedarf, doch es kann keine Vergebung geben, so lange Bomben abgeworfen werden.“ (14. 5. 11)
Alle Zitate aus dem Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke. Internet: www.fides.org
3. Es ist wahr, dass Gaddafi keine politische oder Pressefreiheit zuließ. Aber er begann, dem libyschen Volk Bildung und Ausbildung zu bringen. Er kontrollierte die Moscheen, Koranschulen, Imame und islamischen Institutionen, die in vielen anderen islamischen Ländern (z. B. Indonesien, das ich jüngst besuchte) vollkommen jenseits der Staatsgewalt stehen, eine anti-westliche Ideologie verbreiten und „die Märtyrer des Islam“ verehren, also die Selbstmordbomber, mit denen wir alle nur zu vertraut sind. In Libyen war dies absolut nicht der Fall. In Tripolis gibt es ein Komitee der „Weisen Männer des Islam“, das die religiöse Unterweisung für Freitagsgebete vorbereitet und im voraus in allen Moscheen in ganz Libyen publiziert. Der lokale Imam muss diesen Text verlesen. Wenn er etwas weglässt oder hinzufügt, wird jemand anderer mit der Leitung der Moschee betraut.
Nicht nur das: 1986 schrieb Gaddafi an Papst Johannes Paul II. und bat ihn, als Krankenschwestern ausgebildete Ordensschwestern für seine Spitäler zu schicken. Der Papst entsandte rund 100, vor allem aus Indien und den Philippinen, aber auch aus Italien. Heute gibt es in Libyen 10.000 Krankenschwestern und 80 Nonnen (vor allem von den Philippinen) sowie auch viele katholische Ärzte aus dem Ausland. Bischof Martinelli erzählte mir: „Diese katholischen Frauen, kompetent und freundlich, behandeln die Kranken auf eine humane Art und verändert damit die Denkweise der Bevölkerung über das Christentum.“ Und das auf der Basis von viel Lob, das er von Muslimen dafür erhalten hat, wie christliche Frauen gebildet sind, sagte der Bischof. Libyen war bisher eines der wenigen muslimischen Länder, in denen Christen (es gibt auch tausende ägyptische Kopten) fast vollkommen frei waren, ausgenommen natürlich, Libyer zum Christentum zu bekehren. Wer hat wirklich Interesse an diesem Krieg?
* P. Piero Gheddo, geboren 1929 im Piemont, katholischer Priester, Schriftsteller (mehr als 80 Bücher) und Journalist. Gründer der italienischen Missionsgesellschaften EMI (1955) und Mani Tese (1963). Herausgeber der Zeitschrift „Mondo e Missione“ (1959-1994), Gründer und von 1987 bis 1993 Direktor der Presseagentur „Asia News“. Pater Gheddo war viele Jahre als Missionar in verschiedenen Ländern tätig, und zwar für das Päpstlichen Institut für Auslandsmission, dessen Archiv-Direktor er 1994 wurde.
AsiaNews-110506
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
17.6.2011 von dragonX6.
by Simone Cantarini
For Angelo Del Boca, an historian and Libya expert, people are tired of this war and NATO and the rebels have run out of resources. A meeting between government and rebel representatives in Paris is a good sign. After the bombs, a new path is opening.
Rome (AsiaNews) – “This is a crazy war that is taking place amid everyone’s indifference, especially in Italy. Members of the NATO coalition are running out of money and do not want to continue the fight. The rebels don’t have any resources left, but people continue to die. Meanwhile, Gaddafi plays chess,” said Angelo Del Boca, a historian and Libya expert. Speaking to AsiaNews, he said that Italian and world media are deaf to appeals for a ceasefire and talks.

“This attitude is due to our country’s economic crisis. However, let me remind you that we have already spent 700 million Euros for this ‘toy’ that killed thousands of people on both sides, violating international law, UN resolutions and the friendship treaty signed with Italy.”
For Del Boca, signs of a breakdown are visible inside Libya. The rebels have conquered many towns like Gharyan and villages in the country’s southeast on the border with Tunisia, but local sources are saying they have run out of weapons, and just patrol the area. Gaddafi no longer bombs them, despite the fact that his army is still well equipped.
For the historian, this “is a sign that everyone is tired of the war, which has reached a stalemate, and cannot continue with weapons, but must now turn to diplomacy.”
According to the historian, a meeting in Paris between members of the government and representatives of the Transitional Council is a first step “towards finding another path other than bombs”.
“Yesterday,” Del Boca said, “even Saif al-Islam Gaddafi proposed elections within three months by the international community. However, the colonel is not showing any sign that he will quit.”
Meantime, the US Congress is putting pressures on Barak Obama to justify the US intervention in Libya beyond 90 days. The huge costs of the operation, which will reach US$ 1.1 billion by September, are being closely scrutinised.
AsiaNews-06/17/2011 13:55
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
16.6.2011 von dragonX6.
Local sources report signals of an opening of the Libyan regime. The high cost of the mission are a challenge to the governments of Great Britain, the United States and Italy.
Tripoli (AsiaNews) - NATO bombings on Tripoli continue. Overnight air raids hit the Gaddafi bunker and other areas of the capital, but there are no reports of deaths and injuries. Archbishop Martinelli, Apostolic Vicar of Tripoli, confirms to AsiaNews that “all night we heard the bombs, which continue to fall unabated in various parts of the city”. The prelate says, however, he is confident in a positive change in the situation. “Yesterday - he says - I met some influential members of the World Islamic Call Society (WICS) who have asked for our cooperation to discuss a possible peaceful solution to the war.”
According to local sources, the regime is making overtures of a possible opening for dialogue with NATO forces, who would be willing to stop the bombing. “But the important thing is to continue to pray for the end of the war - says Martinelli - only prayer in recent months has given me the strength to go forward and to have hope.”
Meanwhile, a further 90 days of mission to Libya is placing pressure on the governments of the United States, Britain and Italy, as they attempt to grapple with cuts due to the economic crisis.
A few days ago a bipartisan group of parliamentarians considered the700 million dollars spent on the war against Gadhafi, initiated without Congress approval, excessive. President Barack Obama will have to address the House tomorrow on the legality of the mission, in order to seek further funding.
Yesterday, Admiral Mark Stanhope, Commander of the British Royal Navy, denounced the high costs of the mission in Libya, but was immediately contradicted by Prime Minister David Cameron.
Criticisms are also being voiced in Italy, where the Interior Minister Maroni asked for a review of the nation’s participation in the war, which has so far cost more than 600 million Euros. (Sc)
AsiaNews-06/16/2011 12:13
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
16.6.2011 von dragonX6.
Tripolis (Fidesdienst) – „Es gibt eine aufrichtige Bereitschaft zum Dialog und den Wunsch der Rückkehr zum Frieden“, so der Apostolische Vikar in Tripolis, Erzbischof Giovanni Innocenzo Martinelli,

der sich am gestrigen 15. Juni mit führenden Vertretern der von Gaddafi unterstützten „Islamic Call Society“ traf. „Im Verlauf der Gespräche habe ich festgestellt das Tripolis sich einen Dialog wünscht, eventuell auch mit Unterstützung des Heiligen Stuhls“, so Bischof Martinelli. „Die Islamic Call Society hilft uns auch bei der Bewachung des italienischen Friedhofs in Tripolis“, so Martinelli. „Ich hoffe, dass der gute Wille bei allen überwiegen wird, damit diese Krieg ein Ende findet, den wir sind der Luftangriffe müde. Erst heute Nacht gab es wieder heftige Angriffe und man wird dies ganz offen gesagt nicht mehr lange ertragen können“. (LM)
Fidesdienst, 16/06/2011
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
16.6.2011 von dragonX6.
The Libyan people have the right to govern themselves. Constant attacks from the skies, at all hours of the day have completely disrupted the lives of the families of Libya. There has never been any fighting in Tripoli, yet we are bombed every day. We are civilians and we are being killed by the British and NATO. Civilians are people without guns, yet the British and NATO protect only the armed crusaders from the East by acting as their attack army. We have read the UN resolutions and there is no mention of bombing innocent civilians. There is no mention of assassinating the legitimate authorities in all of Libya.

Omar El Mukhtar (1862-1931), “Löwe der Wüste”, Führer des Freiheitskampfes gegen Italien
The Libyan People have the right to select their own leaders. We have suffered occupation by foreign countries for thousands of years. Only in the last 41 years have we Libyans enjoyed property ownership. Only in the last 41 years have we seen our country develop. Only in the last 41 years have we seen all of the Libyans enjoy a better life, and know that our children will have a better life then we have had. But now with the British and NATO bombings of our country, we see the destruction of our new and developed infrastructure.
We leaders see the destruction of our culture. We leaders see tears in the eyes of our children because of the constant fear from the “rain of terror” in the skies of Libya from the British and NATO bombings. Our old people suffer from heart problems, increased diabetes and loss of vigor. Our young mothers are losing their babies every day because of the stress of the British and NATO bombings. These lost babies are the future of Libya. They can never be replaced. Our armies have been destroyed by the British and NATO bombings. We cannot defend ourselves from attacks from anyone.
As Tribal Leaders of Libya, we must ask why have the British and NATO decided to wage this war against the Libyan people? There are a small percentage of dissidents in the east of Libya that started an armed insurrection against our legitimate authority. Every country has the right to defend itself against armed insurrection. So why cannot Libya defend itself?
The Tribal Leaders of Libya demand that all acts of aggression, by the British and NATO, against the Libyan People stop immediately.
June 3, 2011
Sheik Ali
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
16.6.2011 von dragonX6.
Schon früh hatte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die syrische Führung gewarnt, sich am libyschen Vorbild zu orientieren. Man sei nicht bereit, gewalttätige Aktionen gegen Bürgerproteste hinzunehmen. Es sah so aus, dass das lybische Drehbuch wiederholt werden sollte: Straßendemonstranten tauchten alsbald bewaffnet auf, die Unruhen nahmen bürgerkriegsähnlichen Charakter an. So schilderten zumindest westliche (und „verbündete“ nahöstliche) Medien die Vorgänge.
Russland, das massive, auch sicherheitspolitische, Interessen an dem Land hat, und China ließen sehr bald erkennen, dass sie im Weltsicherheitsrat anders votieren würden als im Falle Libyen. Mit ihrem Veto sei, wenn es denn sein müsse, zu rechnen.
Auch die Kirche zeigte Flagge. Papst Benedikt XVI. warnte den syrischen Botschafter vor der Fortsetzung der aktuellen Regierungspolitik und mahnte den Respekt der Menschenrechte sowie gesellschaftlichen Dialog an. Damit fand der Tenor der letztjährigen Nahost-Synode eine Fortsetzung, die sich ebenfalls der westlichen Menschenrechtspolitik verbunden gezeigt hatte.
Doch jetzt widersprachen katholische Ortskirchen, die mit etwa 1 ½ Millionen Mitgliedern integraler Bestandteil der 20% Christen des Landes sind und viel zu verlieren haben.
Patriarch aus Syrien: „Wir Christen sind in Gefahr!“
Die Medienberichte aus Syrien sind düster: Panzer rollen durch Innenstädte, Demonstrationen werden niedergeschlagen, Familien flüchten über die Grenze zur Türkei. Der melkitisch-katholische Patriarch von Antiochien, der in Damaskus residiert, ärgert sich maßlos über diese Berichte: Keiner habe das Recht, sich in Syriens Angelegenheiten zu mischen. Das sagte Gregorios III. Laham uns an diesem Montag, als wir bei ihm im Patriarchat anriefen.

„Es brennt nicht überall, sondern einmal hier, einmal da. Also, in Damaskus leben wir ein ganz normales Leben: Bis zur Grenze nach Jordanien ist alles in Ordnung. Vor kurzem war der Bischof von Aleppo bei mir, und auch er hat mir bestätigt, dass in Aleppo alles in bester Ordnung ist. Also, meine erste Bemerkung ist: Es brennt nur in einigen bestimmten Gebieten. Zweitens: Was man immer wieder in der europäischen Presse sagt, ist einseitig und stimmt überhaupt nicht oder höchstens teilweise. Es gibt zum Beispiel mehr Angriffe auf Polizisten als Angriffe der Armee auf Zivilisten! Da bin ich ganz sicher.“
Nun sollte man sicher berücksichtigen, dass sich der Patriarch vielleicht angesichts eines möglichen Abhörens seines Telefons nicht zu jedem Punkt mit der gebotenen Freiheit äußern kann. Liegt es vielleicht daran, dass er die Demonstrationen der letzten Wochen als von Ausländern gesteuert darstellt?
„Das sind Fremde, die mit Waffen demonstrieren. Kann man in einem zivilisierten, demokratischen Land in Europa etwa eine Kundgebung mit Waffen abhalten, oder ohne Erlaubnis? Das wollen die Medien in Europa – sogar der „Osservatore Romano“ nicht verstehen. Das ist ungerecht! Ich kenne mein Dorf und spreche mit vielen Priestern, die sagen: Es ist zu achtzig Prozent falsch, was man in der europäischen Presse schreibt. Die Armee reagiert auf bewaffneten Widerstand gegen die Polizisten – die Armee muss ja auch die einfachen Menschen, die Zivilisten verteidigen. Also, Sie können verstehen: Als Patriarch und Hirte sage ich, das ist eine übertriebene Sache, die von Europa ausgeht.“
Nun hat allerdings in den letzten Tagen auch der Papst darauf hingewiesen, dass Syrien echte Reformen brauche. Und zwar in einer Audienz für den neuen Botschafter aus Damaskus im Vatikan.
Es sei „sehr zu wünschen, dass diese Entwicklungen ohne Intoleranz, Diskriminierung und Konflikt verlaufen und erst recht ohne Gewalt, stattdessen in absolutem Respekt vor der Wahrheit, vor dem Zusammenleben, vor den legitimen Rechten der Personen und Gemeinschaften und in einem versöhnlichen Geist“. Die Behörden sollten „die Wünsche der Zivilgesellschaft“ ebenso berücksichtigen „wie die Wünsche internationaler Instanzen“, so der Papst.
„Man darf ruhig (die syrische Regierung) ermahnen und mehr Freiheit fordern, mehr Gerechtigkeit und Entwicklung der Wirtschaft, auch Reformen. Aber man darf nicht (Konflikte) schüren und behaupten, es gebe Hunderte von Toten usw. Der Heilige Vater hat mit Recht gesagt, man müsse die Würde der Menschen achten. Europa hat ein Recht, Syrien zu ermahnen, aber es sollte auch versuchen, das Land zu verstehen! Es geht nicht um Reformen, die haben wir in Fülle. Ich bin seit zehn Jahren Patriarch, in dieser Zeit habe ich eine ungeheure Entwicklung erlebt. Es gibt nur eine Partei, das stimmt allerdings; aber wir haben Wasser, Licht, Wirtschaft, neue Universitäten und Schulen – und wir Christen haben Freiheit!“
Die Unruhen in einigen Teilen Syriens haben aus der Perspektive von Gregorios III. Laham vor allem mit dem arabischen Frühling in anderen Ländern der Region zu tun: Libyen, Ägypten und Jemen.
„Aber es ist keine echte Revolution. Ich kann Ihnen versichern, dass ich viel Erfahrung habe im Alltag dieses Landes: Erbarmen Sie sich unser! Wohin gehen wir?“
Der Patriarch will nicht, dass sich sein Land so entwickelt, wie der Irak in den letzten Jahren.
„Europa muss verstehen, dass das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Gefahr ist, wenn es so weitergeht! Syrien kann den neuen Weg einschlagen, da bin ich sicher; es hat ja auch schon damit angefangen. Aber man muss dem Zeit geben…“
Und hier deckt sich die Analyse des zornigen Patriarchen in Damaskus mit der des Vatikans: Auch an der Kirchenspitze fürchtet man, dass sich die Stimmung gegen die christlichen Minderheiten Syriens richten könnte. Die Unruhen öffneten „in der aktuellen Verwirrung die Tür zur Gewalt“, gibt der Sprecher von Papst Benedikt, Pater Federico Lombardi, zu bedenken.
„Es wird versucht, einen Krieg zwischen den Religionsgemeinschaften zu provozieren, mit dem großen Risiko der Spaltung der Gesellschaft.“
In einer solchen Lage müsse man sich „zum Dialog der Versöhnung und des Friedens bekehren“, so Pater Lombardi.
„Für die syrischen Christen ist die Einheit des Landes eine Lebensbedingung. Sie müssen und wollen Brücken für einen echten und ernsthaften Dialog im Land sein.“
Patriarch Gregorios III. ist aufgebracht darüber, dass sich im Ausland jetzt Stimmen mehren, die dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die Legitimität absprechen.
„Wer hat ein Recht dazu? Niemand, weder Nato noch UNO! Wir sind ein freies Land, keine Sklaven, wir können unsere Probleme selbst lösen! Die Türkei war so herzlich willkommen hier in Syrien, gute Bedingungen usw. – und jetzt auf einmal sprechen sie gegen Syrien und wollen unter Umständen sogar dort einmarschieren. Das ist einfach nicht erlaubt! Kann denn Deutschland etwa einfach in Frankreich einmarschieren? Wieso kann der türkische Präsident einfach sagen: Ich bin bereit, in Syrien einzumarschieren? Das ist gegen alle Regeln der Gesellschaft heute!“
Dasselbe gelte auch mit Blick auf Frankreich, „unseren Freund“, wie der Patriarch sagt.
„Wie kommt der französische Außenminister dazu zu sagen, der syrische Präsident sei nicht mehr legitim? Da kommt dann die Gegenreaktion der Muslime gegen die Christen… Wir sind in Gefahr! Denn wir Christen sind die ersten Opfer, wenn es zum Chaos kommt – und wenn es so weitergeht, dann kommt es zu einem Chaos!“
(rv 13.06.2011 sk)
Syrien muss den Aufstand niederschlagen
Bischof verteidigt Assads Antwort auf die Revolte
Von John Pontifex
DAMASKUS, Mittwoch, 15. Juni 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - Die syrische Regierung müsse den Aufstand abwehren - und sie verfüge bei der Niederschlagung der Kräfte, die nur „Destabilisierung und Islamisierung“ suchen würden, über den Rückhalt der Bürger – so die Aussagen eines der angesehensten katholischen Bischöfe im Land.
Bei einer scharfen Verteidigung der Reaktion des Präsidenten Bashar al-Assads auf die Proteste und die Instabilität beschuldigte Bischof Antoine Audo die Medien, darunter die BBC und Al Jazeera, einer „unobjektiven“ Berichterstattung, welche zu Unrecht die syrische Regierung kritisiere.
Der Jesuit und chaldäisch-katholischerBischof von Aleppo warnte davor, dass der Sturz der Regierung Assads zu einer weit verbreiteten Instabilität, zu einem Zusammenbruch der Grundversorgung wie etwa der Stromversorgung sowie zu einer zunehmenden Verarmung und Islamisierung führen würde.
In einem Interview mit Kirche in Not sagte der Bischof Audo in Aleppo: „Die Fanatiker sprechen von Freiheit und Demokratie für Syrien, das ist aber nicht ihr Ziel.“

Bischof Antoine Audo S.J., Aleppo
„Sie wollen die arabischen Länder aufteilen, kontrollieren, Benzin in Beschlag nehmen und Waffen verkaufen. Sie trachten nach Destabilisierung und Islamisierung.“
„Syrien muss und wird Widerstand leisten. 80 Prozent der Bürger sowie alle Christen stehen hinter der Regierung.“
Bischof Audo wies darauf hin, dass Syrien mit der Verdrängung von Präsident Assad die gleichen Probleme erleiden würde wie der Irak nach Saddam Hussein, nämlich einen weitreichenden Zusammenbruch von Recht und Ordnung.
„Wir wollen nicht wie der Irak werden. Wir wollen keine Unsicherheit und Islamisierung und auch nicht die Gefahr der Machtübernahme durch Islamisten.“
„Syrien hat eine säkulare Ausrichtung. Es herrscht Freiheit. Wir haben viele positive Dinge in unserem Land.“
Der Bischof sagte dies nach der Berichterstattung vom Montag, dem 13. Juni, über die Errichtung eines dritten Flüchtlingslagers an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien, nachdem es noch keine Anzeichen für ein Ende der Gewalt und der Instabilität, die bereits auf Ende Januar zurückgehen, geben solle.
Die syrische Regierung wurde für seine extreme, militärische Reaktion auf den Aufstand stark kritisiert, bei der den Berichten zufolge hunderte von Demonstranten von Sicherheitskräften getötet und verletzt worden seien.
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon brandmarkte die bewaffneten Vergeltungsmaßnahmen Syriens gegen die Demonstranten als „inakzeptabel“.
Der Bischof betonte jedoch in seiner Stellungnahme, dass bei dem Ausmaß der Gewalt gegen Assads Regime, bei der mehr als 100 Polizisten innerhalb weniger Tage getötet worden seien, die Regierung das Recht habe, sich selbst zu verteidigen.
Er erläuterte: „In einigen Medienorganisationen, wie der BBC und Al Jazeera, gibt es die Ausrichtung, das Gesicht Syriens dadurch zu verzerren, dass behauptet wird, die Regierung missachte die Menschenrechte und so weiter.“
„Die Regierung achtet Menschen, die Recht und Ordnung respektieren. Syrien hat viele Feinde, und die Regierung muss das Land und sich selbst verteidigen“.
„Gegen Syrien herrscht ein Medienkrieg. Die mediale Berichterstattung ist unsachlich. Wir müssen als Syrer und Chaldäer die Wahrheit verteidigen“.
Der Bischof bekräftigte, dass die Gewalt sich auf die Grenzgebiete, besonders auf den Norden mit Blick auf die Türkei zentriert habe, und dass die meisten Menschen in der Region Aleppo relativ ruhig leben konnten.
Er warnte jedoch vor einer zunehmenden Verarmung, Transport- und anderen Kommunikationsproblemen und wachsender Arbeitslosigkeit:
„Das Leben in Aleppo ist generell gesehen ziemlich normal. Alles geht so weiter wie bisher, außer dass es weniger Arbeit gibt und die Verkehrsverbindungen schlecht sind.“
Hinsichtlich der 1,5 Millionen Christen im Land äußerte er: „Unsere Situation als gläubige Christen ist nicht wirklich anders als die der anderen Gemeinden. Wir wollen Frieden und Sicherheit.“
„Wir wollen keinen Krieg und keine Gewalt, und hoffen sehr, dass sich die Situation in den nächsten Wochen verbessern wird.“
Als katholische Hilfsorganisation für Verfolgte und andere notleidende Christen arbeitete Kirche in Not mit Bischof Audo eng zusammen und leistete tausenden von Christen, die aus dem Irak nach Syrien geflüchtet waren, langjährige Soforthilfe.
[Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Czupy]
Zenit-110615
Geschrieben in Syrien, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
14.6.2011 von dragonX6.
Tripolis (Fidesdienst) – „Im Gespräch mit Journalisten entsteht der Eindruck, als ob man in Italien dem Krieg in Libyen nicht mehr sonderlich viel Interesse widmen würde, er scheint in den Hintergrund des öffentlichen Interesses geraten zu sein. Zu vielen anderen Themen werden öffentliche Kundgebungen veranstaltet, zum Krieg in Libyen findet nichts Derartiges statt“, so der Apostolische Vikar in Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli zum Fidesdienst. „Es scheint mir als ob der Krieg in Libyen in allen Nato-Mitgliedsstaaten von zweitrangigem Interesse sei, obschon diese ihre Luftangriffe fortsetzen“. „Auf Tripolis“, so der Bischof weiter, „werden derzeit etwas weniger Luftangriffe verübt, doch es werden solche Luftangriffe aus anderen Teilen des Landes gemeldet“.
„Die Kirche lebt aus der Kraft des Heiligen Geistes und wir haben an diesem Wochenende in diesem Sinne das Pfingstfest begangen: am Freitag fand ein Gottesdienst in englischer Sprache statt, am Sonntag folgte eine Messe in französischer Sprache und am Sonntag feierten wir Gottesdienste in verschiedenen Sprachen“, so der Apostolische Vikar von Tripolis abschließend. (LM)
(Fidesdienst, 14/06/2011)
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »
14.6.2011 von dragonX6.
For Libya expert, historian Angelo Del Boca, the war continues amid widespread disinterest and unwillingness to pursue a diplomatic solution. Since the start of the operation, Italy has spent a billion Euros. NATO and Arab countries are planning the post-Gaddafi phase, but are leaving out the part of the population still loyal to the Tripoli government. The crisis will not be solved just when the strongman is removed.
Tripoli (AsiaNews) – Even though Italy entered the war providing only limited military and logistical support, it now leads 30 per cent of the operations against Libya, on par with France and Great Britain, journalist and historian Angelo Del Boca told AsiaNews. For the Libya expert, “the war goes one amid widespread disinterest, especially in Italy, despite the huge costs and the unwillingness to find a diplomatic solution.”
Italy’s military operation began on 22 March. According to government statements, the intervention was supposed to be limited to letting NATO use Italian air bases and providing fighters to maintain the No Fly Zone over Libya as part of the alliance’s Suppression of Enemy Air Defence (SEAD) operation. The initial engagement did not include attacks against Libyan troops, convoys and military installation.
For Del Boca, the high costs of the operation will force Italy to abandon its Libya mission. According to Italy’s Interior Ministry, the operation has already cost 1 billion Euros (US$ 1.3 billion)
Meanwhile NATO, Arab league and Western powers are already preparing the post-Gaddafi phase as the number of countries that back the Benghazi rebels grows with pledges of weapons and weapons.
Today, the United Arab Emirates recognised the National Transitional Council as the legitimate representative of the Libyan people, announcing the opening soon of a diplomatic office in Benghazi.
However, local sources say that residents in area still held by the Libyan strongman want their say, calling for an immediate end to air strikes and a stop to the war.
“The NATO action not only violates UN Resolution 1973 but also the articles that prevent foreign powers from intervening in civil wars,” Del Boca said.
Still, despite the huge costs, NATO is still hoping to kill Gaddafi. But even if he is taken out, the crisis will continue.
“The countries that started this war are convinced that with Gaddafi out of the way, everything will be settled,” the historian said. “In reality, according to my sources, hundreds of thousands of people still support the Libyan government. What will happen to them once the offensive is over?”
“NATO continues its raids against the capital and its immediate vicinity,” Mgr Martinelli said from Tripoli. “Fighters fly over our heads day and night.”
“Three months since the start of the mission in Libya, bombs have not solved anything,” the prelate said. “There are still no solutions to end this war and appeals for a truce have gone unheeded.” (S.C.)
» 06/13/2011 17:07
Geschrieben in Libyen, Kirche, Sicherheitspolitik, Bewaffnete Konflikte | Keine Kommentare »