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Mai 2011
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Archive für Mai 2011

NATO failing in Libya, media hiding the truth, says Prof Del Boca

For Angelo Del Boca, journalist and Libya expert, the high costs of the No Fly Zone have reduced to nothing any hope to see the blitz against Gaddafi succeed. Instead, the war might last several months because the Libyan leader still has troops, weapons and personal assets worth more than a billion Euros. The president of South Africa is in Libya to try a last moment deal with the Libyan government.

 

        

Rome (AsiaNews) – “The high costs of the operation against Gaddafi have turned a blitzkrieg in a media-led phony war. What NATO expected to obtain with the No Fly Zone is now gone,” Prof Angelo Antonio Del Boca told AsiaNews. A journalist and university scholar, Prof Del Boca has studied Libya and its leader for more than 30 years. According to the historian, “Gaddafi still has more than a billion Euros and the war could still last several months.”

Citing statements by a top Libyan official, Del Boca said that NATO destroyed less than 30 per cent of Libya’s military hardware. Great Britain and France no longer have the means to maintain the No Fly Zone. “The only alternative to unfreeze the situation is a land attack, which is banned by UN Resolution 1973, the historian said. This is why France and Great Britain are sending two ships with helicopters to comply with the UN resolutions.”

Today, South African President Jacob Zuma is set to meet Libyan leaders to discuss a ceasefire, but many are sceptical about the chances of success of his visit. For Del Boca, none of the countries involved in this war is interested in a peaceful resolution to the conflict. In fact, “the real reasons of this war are control over the oil fields and US$ 200 billion in Libyan government funds deposited in foreign banks.”

       

“The war is now illegal. Libya is still a sovereign country,” Del Boca said. “Europe intervened in a war, backing part of the population against the other, despite UN resolutions that ban third countries from intervening in civil wars.”

For the historian, the main problem is NATO’s arbitrary support for the Transitional Council that recently asked for more money to pursue the war.

“No one knows the Benghazi rebels. According to local sources, the cities of Cyrenaica have become a refuge for criminals, spies and members of extremist groups, many from other countries,” the historian said.

According to Tunisian media, two border guards were killed in a gun battle with nine armed men, from an extremist movement, who were trying to join the Benghazi rebels.

by Simone Cantarini

Transitcamp für Flüchtlinge aus Libyen überfallen

„Wir müssen die Aufnahmeverfahren beschleunigen“, so ein dort tätiger Priester

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Tunis (Fidesdienst) – „Vor Ort sind Mitarbeiter des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) angekommen, die versuchen die Lage in den Griff zu bekommen. Das Problem besteht darin, dass die Situation weiterhin kritisch bleiben wird, solange die tunesische Regierung die Sicherheit nicht garantieren kann, wie sie es bei der Genehmigung der Eröffnung eines Transitcamps für die Aufnahme von Flüchtlingen versprochen hatte“; so der eritreische Priester und Vorsitzende des Werkes für Entwicklungszusammenarbeit „Habeshia“, Mussie Zerai, zum Fidesdienst. Mitarbeiter des Hilfswerks betreuen die Flüchtlinge im Camp Choucha rund 35 Kilometer von der Küstenstadt Ras Ajdir an der tunesischen Grenze zu Libyen entfernt.
Im Flüchtlingscamp Choucha leben derzeit rund 3.500 Menschen unter prekären Bedingungen. Es handelt sich um afrikanische Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs aus Libyen fliehen mussten. Diese Menschen Leben in Zelten in einem Wüstengebiet mit sehr hohen Temperaturen am Tag und sehr niedrigen Temperaturen in der Nacht. „Am Anfang gab es viel Hilfsbereitschaft seitens der tunesischen Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen, doch nun da die Situation chronisch zu werden droht, stößt diese Solidaritätsbewegung an ihre Grenzen und die Menschen sind nicht länger bereit, dies zu unterstützen. Es fehlt zwar nicht am Interesse der internationalen Hilfswerke, doch man kümmert sich viel zu wenig um eine Lösung der Situation die zunächst nur provisorisch sein sollte“, so der Priester.
„Die tunesischen Behörden fordern eine Beschleunigung der Aufnahmeverfahren, damit diese Menschen entweder in ihre eigenen Länder zurückkehren können oder von anderen Ländern als Flüchtlinge aufgenommen werden“, so Pfarrer Zerai. „Es muss mehr konkrete Bereitschaft seitens jener Länder geben, die sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt hatten (Europa, Vereinigte Staaten, Kanada und Australien). Diese Länder müssen die Quoten der aufzunehmenden Flüchtlinge erhöhen“.
Pfarrer Zerai erinnert an die jüngsten Episoden der Gewalt „Die Spannung im Camp war angestiegen, nachdem eine Gruppe sudanesischer Flüchtlinge versucht hatte, eine junge Frau aus Eritrea zu vergewaltigen. Ihre Landsleute haben sie verteidigt und damit die Reaktion der Sudaner provoziert. In der Nacht von Samstag, den 21. auf Sonntag, den 22. Mai wurden einige Zelte der Eritreer in Brand gesteckt, wobei 4 Jungendliche ums Leben kamen. Am darauf folgenden 23. mai blockierte eine Gruppe westafrikanischer Flüchtlinge, die Straße von zwischen Tunesien und Libyen und behinderte so die Durchreise der Einheimischen auf dem Weg zur Arbeit. Daraufhin plünderten die Bewohner des benachbarten Dorfes das Camp und steckten weitere Zelte in Brand.
„In dem Camp halten sich Eritreer, Äthiopier, Somalier, Sudaner, Nigerianer, Ivorer Senegalesen und Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Ländern auf“, so der Geistliche, „Es waren die Flüchtlinge aus Westafrika, die zum Aufstand aufriefen, nachdem abgelehnt worden war, dass sie einen Antrag auf Asyl in einem Aufnahmeland stellten, da ihnen der Flüchtlingsstatus nicht zuerkannt worden war. Doch bisher wurde ihnen auch eine Rückkehr in die Heimat nicht ermöglicht. Deshalb fühlen sie sich von den internationalen Institutionen vernachlässigt, deren Aufmerksamkeit sie nun wecken wollen.“

(LM) (Fidesdienst, 26/05/2011)

 

Rückführung afrikanischer Flüchtlinge aus Libyen in die Heimatländer auf den Weg gebracht

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Tunis (Fidesdienst) – „Gestern wurden 350 Sudaner in ihre Heimat zurück geführt, heute werden weitere 250 Sudaner, Tschader und Ivorer nach Hause zurück kehren. Es handelt sich dabei um diejenigen, die keinen Anspruch auf Anerkennung des Status als politische Flüchtlinge haben“, so Frau Doktor Alganesc Fessaha aus Eritrea, die die Flüchtlinge im Camp Choucha rund 25 Kilometer von der Küstenstadt Ras Adjir an der Grenze zwischen Tunesien und Libyen betreut. Am heutigen 26. Mai werden 4 Eritreer beigesetzt, die bei einem Brand im Camp am vergangenen Wochenende ums Leben gekommen waren, nachdem eine Gruppe Sudaner und Nigerianer Zelte im Camp in Brand gesteckt hatten.
„Es war zu einer versuchten Vergewaltigung durch einen Sudaner an eine minderjährige Eritreerin gekommen. Andere eritreische Flüchtlinge hatten sie zunächst verteidigt. Schließlich wurde sie mit Unterstützung des UNHCR nach Rumänien gebracht. Ein weiterer Sudaner versuchte dann eine andere Frau aus Eritrea zu vergewaltigen und auch in diesem Fall wurde die Frau von den Landsleuten verteidigt. Derselbe Sudaner versuchte dann eine dritte Frau zu vergewaltigen. Schließlich wurde er festgenommen, nachdem er gedroht hatte, er werde Zelte der Eritreer in Brand stecken. Einer seiner Freunde hatte seine Androhungen dann wahr gemacht und am Morgen des 22. Mai 21 Zelte in Brand gesteckt, wobei 4 Eritreer ums Leben kamen.“

(LM) (Fidesdienst, 26/05/2011)

 

 

Rome: L’intervention de l’ONU en Libye est “très discutable”, selon le cardinal Turkson

Rome, 23 mai 2011 (Apic) Le président du Conseil pontifical Justice et Paix, le cardinal Peter Turkson, juge l’intervention des Nations unies en Libye “très discutable”. Dans une interview accordée à l’agence de presse italienne “Ansa”, le 23 mai 2011, le cardinal rappelle que l’action entamée le 19 mars dernier visait à défendre les civils mais que ceux-ci “se trouvent des deux côtés, avec les rebelles comme avec Kadhafi”.

                  

Cette guerre, estime le cardinal Turkson, “doit finir vite” car ses motivations ne sont pas très claires. Et d’ajouter: “il semble que l’erreur de Kadhafi a été d’utiliser ses avions bombardiers contre son peuple, mais cela a eu lieu au début”. “Désormais, explique le cardinal ghanéen, depuis que l’espace aérien est fermé, ces bombardements n’ont plus lieu”.

La Croix - 110524

NATO raids on Tripoli stepped up. Three dead and over 150 injured

Fighter planes carry out more than 20 raid against military buildings near Gaddafi bunker. France and Britain announce the use of helicopter gunships in future operations. President of the Italian Bishops, Cardinal Bagnasco calls for a ceasefire and the European Union to provide funds for the thousands of Libyan refugees fleeing to Italy and other European countries.

Tripoli (AsiaNews / Agencies) - NATO has intensified bombing of Tripoli. According to Moussa Ibrahim, spokesman for the regime, the raid last night caused three deaths and 150 injuries among civilians.

Fighters jets carried out over 20 raids in less than half an hour, destroying a military barracks and other buildings just a few meters from the bunker of Muammar Gaddafi. Local sources report about 20 explosions, and not only near the hiding place of the rais, but also in other parts of the city. Since the beginning of the operation, this is the toughest action launched by NATO against the Gaddafi regime. Today, France and Britain have announced the use of military helicopters in the operation alongside the Libyan rebels in Benghazi. According to Gerard Lunguet, French Defense Minister the decision respects UN resolution 1973. Support for the rebels has also extended at the diplomatic level. Yesterday, the U.S issued a formal invitation to the National Transitional Council to open a representative office in Washington.

 

 Meanwhile, the Catholic Church still calls for an immediate ceasefire and the opening of a dialogue between the Libyan regime, NATO and the rebels. Speaking at the opening of the General Assembly of the Italian Episcopal Conference (CEI), Cardinal Angelo Bagnasco, said that “today the invoked and sudden international intervention, created under the aegis of the UN and conducted with the involvement of NATO, has raised serious questions and tensions. ” “We believe - he adds - that diplomacy is the right way forward and perhaps still desired by the parties involved. Diplomacy is the only premise and condition for identifying an ‘African way’ into the future proposed by the young people, but also to avoid possible extremist forces emerging that would have unpredictable and serious outcome. “

The cardinal also criticized the European Union that still refuses to concern itself for the fate of thousands of refugees in Libya, who every day set sail for Italy. The Archbishop asks “why was there money and political understanding the missiles,” while for the refugees, “there are neither funds nor agreement among the EU members?

Bagnasco, recalls that “the whole of Europe is in debt to Africa, and must act now so as not to fail the efforts of these people who are marching for a future that is more democratic and respectful of human rights, through measures appropriate to this situation.

05/24/2011 13:05 –asianews

Economic crisis and a thirst for money, the true reasons for the war in Libya

by Simone Cantarini

For Jean Paul Pougala, a Cameroonian sociologist and Africa expert, the war against Gaddafi is too costly and could last years. Based on unsubstantiated claims, NATO’s No Fly Zone hides the economic interests and frustrations of Europe and the Arab League. The Church offers a lesson to the world’s silent pacifists.

Rome (AsiaNews) – “Europe is making a fool of itself in front of countries like Russia and China, by conducting an expensive war, that will not solve anything and could last years,” Jean-Paul Pougala, a Cameroonian writer, told AsiaNews as he spoke about NATO’s action against Gaddafi. An expert on Africa, he teaches sociology at the School of Diplomacy and International Relations in Geneva. In an interview with AsiaNews, he said he was “scandalised by this war, which began under the pretext of protecting civilians,” but is in fact due to hidden economic and strategic interests in Africa and the Middle East. Pougala notes, “only the Church has given voice to anti-war positions, giving a lesson to all these self-righteous people”. In fact, he wonders, “Where are the crowds that in 2003 protested around the world against the Iraq war?

   

Afrikanische Umarmung                                                                                                  

Meanwhile, airstrikes continue against the Libyan capital. Planes hit overnight the harbour and Colonel Muammar Gaddafi’s residence. Baroness Catherine Ashton, EU Foreign Affairs Representative, visited Benghazi yesterday where she opened an EU office that will start working with the Transitional National Council on “security reform, the economy, health, education, and in building civil society.”

                

The world economic crisis and the failure of the NATO campaign in Libya

“France, Great Britain and Italy have underestimated this war,” Jean Paul Pougala said. “They started, not realising the real size of Gaddafi’s weapons and military forces, especially ground forces. They could lose and look like fools.”

NATO propaganda on TV, newspapers and news agencies showing the world the mission’s success is hiding, according to the scholar, the current deadlock, due to the economic crisis of European nations. The first week of the war cost NATO countries more than 600 million Euros and the conflict could last months or years.

“In recent days, Italy dropped flyers over Tripoli, calling on the population to boycott Gaddafi, who is on the verge of defeat. On 17 May, media began their coverage claiming that Gaddafi’s second wife, Safiyah, and her daughter Aisha had fled to Tunisia, which was later denied by Tunisian authorities but ignored by news agencies that reported it without too much prominence.”

According to the sociologist, if the air conflict continues, France, Great Britain and Italy will run out of resources. In order to win, they will have to begin a ground operation, which is not allowed under UN Resolution 1973.

“In the past three weeks, French fighter planes have had to land in Malta several times to refuel. The missiles that sank eight Libyan ships cost 300,000 euro each. Each day, hundreds are launched.” Libya’s National Transitional Council has been without resources for months, and has asked for 3 billion Euros in aid, which European nations cannot provide since they are faced with large debts.

“Under the pretext of financially helping the rebels and fund the war, France, Great Britain and the United States want access to Libya’s US$ 200 billion sovereign funds, frozen by banks because they are tied to Gaddafi and his family, but which actually belong to Libya”.

   

Those who want to take that money must violate international rules. The United Nations and the international community recognise Gaddafi as the president of Libya, whilst the Transitional National Council is officially recognised only by Italy, France, Qatar, Kuwait, Gambia and the Maldives.

Gaddafi, an unwelcome figure for the West and the Arab world. Absent pacifists

According to Pougala, the war that started under the false pretext of defending civilians became a licence to kill Gaddafi, violating United Nations resolutions and demonising a leader and his action without concrete evidence. “I have not yet seen pacifists criticise the NATO mission,” the sociologist said. “Where are the crowds that in 2003 protested around the world against the Iraq war? Only the Church has given voice to anti-war positions, giving a lesson to all these self-righteous people.”

“No one has provided the evidence that the Gaddafi regime killed 10,000 demonstrators, on the basis of which UN Resolution 1973 was adopted, the No Fly Zone was established, and an application was filed for Gaddafi to be tried before the court in The Hague for crimes against humanity. The information came from two Arab news sources, Qatar-based Al-Jazeera and Saudi-based Al-Arabya”. For the sociologist, both countries have an interest in destroying Gaddafi and Libya. Qatar, together with other Gulf States, has a grudge against the Libyan regime, and is the only Arab state that has joined in the airstrikes against Libya. Saudi Arabia has never been a fan of the Libyan leader. In 2003, during a meeting of the Arab league, Gaddafi accused Saudi King Abdullah of having allowed the “sacred ground of Makkah” to be violated by “Christian soldiers during the 1991 Gulf War”.

“Gaddafi has committed crimes,” Pougala said, “but he is different from an Arab sheikh. He had plans for the African continent and his people, namely the establishment of the United States of Africa and the creation of a single currency, the ‘golden dinar’, which has always been opposed by Western nations.”

In fact, the rules imposed by the former colonisers prevent many states from setting up their own independent central banks[1]. For Pougala, Gaddafi’s goal was to end this type of dependency by creating local central banks under the guidance of a supranational agency modelled on the European Central Bank (ECB). His huge petrodollar investments in sub-Saharan Africa were another factor that made the Libyan leader internationally unpopular, especially in the Arab world.

“Arab states have exploited Black Africa long before Europeans did. So far, Gaddafi is the only Muslim leader to apologise to Africans for Arab slavery and paid them back, not only through one-way business relations, but also by stimulating local economies and countering the interests of China, the only country other than Libya that has focused on the resources of the African continent.”

For the scholar, the future of Libya and African countries remains uncertain. The prospect of real independence is ever more distance. However, “if the project of the United States of Africa is sound, nothing can stop this principle from future realisation.”

[1] One example is the CFA (African Financial Community) franc, which has legal tender in 14 former French colonies. The currency has a fixed exchange rate with the euro and is guaranteed by the French treasury. A joint foreign currency reserve is funded by member countries (covering at least 65 per cent of reserves deposited with the French treasury, which acts as guarantor for monetary exchange). French authorities participate in defining the monetary policy of the CFA zone.

 

 05/23/2011 15:19

http://www.asianews.it/news-en/Economic-crisis-and-a-thirst-for-money,-the-true-reasons-for-the-war-in-Libya-21634.html

 

Tripoli, Bel Suol D’amore

Tripolis, schönes, geliebtes Land

von Fulvio Grimaldi, April 22, 2011.

(Auszug)

Pater Giovanni Martinelli, der Bischof von Tripolis, war die einzige Stimme, die in den unehrlichen und verlogenen Medien, wenn auch nur sehr eingeschränkt zu hören war, nur deshalb, weil er Priester, Katholik und Vikar des Papstes ist. Er hat uns von den Massakern an Zivilisten durch unsere Seite, durch den Westen, berichtet.

Quadratischer Kopf eines Bauern aus den Bergen, aufgeweckte und lächelnde Augen, sprachgewandt, nicht wie ein Prophet, aber genauso leidenschaftlich, empfängt er uns im Garten seiner großen Kathedrale. In ihr befinden sich mehrere Statuen des heiligen Franziskus.

Vor wenigen Tagen sei etwas Unerhörtes geschehen: Zum Repräsentanten der katholischen Kirche, dem Vikar eines Papstes, der zwar die Kriegsverbrechen nicht direkt gesegnet, aber sich auch nicht für Libyen eingesetzt hatte, waren Dutzende muslimischer Frauen gekommen. Sie hatten ihn gebeten, sich für den Frieden einzusetzen. Sie hatten sich an ihn gewandt, damit er der Welt die Wahrheit sage, Ausdruck ihres tiefen Sorgen, einer Hoffnung, die von den Fanfaren der „Kriegstreiber“ sogleich mit den Füßen zertreten wurden.

 

Martinelli bestätigt uns ein weiteres Mal, dass es die öffentlich verkündeten Massaker Gaddafis nicht gegeben habe. Täglich würde ihm von den Bemühungen der Truppen berichtet, die Zivilpersonen aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. Gerade das habe zu Verzögerungen und Schwierigkeiten bei der Rückeroberung der von Rebellen besetzten Orte geführt. Nach einem Monat Kämpfen gab es 285 Tote in Misurata, darunter ganz wenige Frauen. Bei rücksichtslosen Angriffen auf Wohngebiete wäre statistisch 50% Frauen unter den Opfern zu erwarten gewesen.

Dieser Priester, der sein Volk, Christen wie Moslems liebt und ihm seit 40 Jahren dient, zeigte keine priesterliche Zurückhaltung, als er uns Gaddafi und sein Volk beschrieb: Ein Land, das es nicht akzeptiert hatte, sich zu unterwerfen, das sich eingesetzt hatte für die Einheit der Völker, sich ausländischem Einfluss und Diktat entzog, allen Wohlstand garantierte, Sicherheit, Würde und eine breite Teilnahme an den Entscheidungsprozessen ermöglichte.

Gaddafi mag Fehler gemacht haben. Vielleicht seien sie darauf zurückzuführen, dass er nicht immer die besten Leute um sich auswählt habe. Niemand aber könne ihm die Anerkennung dafür verweigern, dass er Reaktion und Reaktionäre, Kolonialisten und Neokolonialisten verjagt und sich seinem Volk mit Hingabe und Klugheit gewidmet habe. In einer Region von Lakaien und Prokonsuln des Imperialismus gäbe es niemanden, den man mit ihm nur im Entferntesten vergleichen könne.

Fulvio Grimaldi

Uns sollte reichen, zu wissen, auf welche Seite man sich stellt. Südafrika hat einen konkreten, glaubwürdigen Friedensplan vorgelegt. Das haben von Anfang auch an die aufrechten Regierungen Lateinamerikas getan, ebenso wie die BRICS Staaten, Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika mit ihrem wirtschaftlichen Gewicht und dem ihrer Bevölkerung. Gaddafi hat einen Waffenstillstand vorgeschlagen, überwacht von internationalen Beobachtern, wirklich humanitäre Korridore, Wahlen, um den Willen der Bevölkerung zu klären. Stimmen, Vorschläge der Vernunft, der Gerechtigkeit, des Friedens.

Die apokalyptischen Reiter haben sie nicht im geringsten aufhalten können. Die Stimme der anderen Seite ist nicht hörbar, selbst für eine Rossana Rossanda nicht. Sie haben geantwortet und auf der Beseitigung Gaddafis bestanden, auf ein Exil, wo ihn wie gewöhnlich gedungene Mörder des Mossad leichter erreichen können.

„Die Befürworter eines Verzichtes von Gaddafi sollten sich nicht täuschen. Ein Führer kann nicht zurücktreten, wenn das Volk von ihm verlangt, dass er bleibt. Abgesehen davon, Gaddafi ist kein Typ, der sich ergibt, er ist ein Beduine, der bis zu seinem Tode kämpfen wird.“ Mit ihm Libyen, ihr werdet es sehen.

Der kleine Priester mit dem quadratischen Schädel eines Bauern und den lächelnden Augen verabschiedet seine Besuchergruppe mit Tränen in den Augen.  ……………………………………………………………………

Bischof Martinelli aus Tripolis: „Bombenangriffe: eine Niederlage für die Menschlichkeit“ (Ein Kommentar)

Ein vehementer Kritiker des NATO-Krieges gegen Libyen und gleichzeitig auch ein sehr glaubwürdiger Augenzeuge dessen, was er anrichtet, ist der Apostolische Vikar in Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli. Er berichtete bereits nach der ersten Woche über zivile Opfer und über Lebensmittelknappheit in Tripolis. Er ist zutiefst empört darüber, dass so etwas im Namen der UNO geschieht und von ihr nicht die geringesten Anstrengungen unternommen werden, die Kämpfe durch Verhandlungen zu stoppen.

 

Ende März kamen von Martinelli die ersten unabhänigen Angaben über zivile Opfer der Nato. Seinen Informationen zufolge waren bei den Luftangriffen in verschiedenen Stadtteilen von Tripolis Dutzende Menschen getötet worden „Im Stadtteil Buslim wurde bei Luftangriffen ein Wohnhaus getroffen, in dem allein 40 Zivilisten ums Leben kamen. Bereits gestern hatte ich berichtet, dass bei Bombenangriffen auch Krankenhäuser beschädigt wurden.”

Dieser Bericht wurde noch von westlichen Medien aufgenommen, auch wenn die Angaben über zivile Opfer mit Verweis auf Stellungnahmen der NATO sehr in Zweifel gezogen wurden.

(siehe z.B. Bischof beklagt zivile Opfer der Luftangriffe in Libyen, Süddt. Zeitung, 31.03.2011)

 Anschließend ließ man ihn jedoch links liegen und beschränkte sich auf die Wiedergabe der Meldungen aus den NATO-Hauptquartieren und dem Lager der Aufständischen.

Martinelli lebt seit über 40 Jahren in Tripolis und ist daher ein exzellenter Kenner des Landes. Dennoch findet man seine Berichte seither nur noch in katholischen Medien, u.a. auf beim “Fidesdienst“, der deutschen Ausgabe der Agenzia Fides.

Aus gutem Grund. Denn vor ein paar Tagen meldete dieser z.B. unter dem Titel

Bischof Martinelli aus Tripolis: „Bombenangriffe: eine Niederlage für die Menschlichkeit“

„Am Ostermontag gab es verheerende Luftangriffe auf Tripolis, doch dies hat die Gläubigen nicht daran gehindert, an den Gottesdiensten teilzunehmen. … In diesen Tagen haben wir auch Ortschaften in der Umgebung von Tripolis besucht, um anlässlich des Osterfests den dortigen Christen zu begegnen“, so Bischof Martinelli, „doch leider konnten wir dabei nicht in alle Ortschaften gelangen“.

Der Apostolische Vikar von Tripolis beklagt im Gespräch ein weiteres Mal, dass man sich nicht um eine friedliche Lösung der Krise bemüht: „Die Vereinten Nationen, haben beschlossen, dass Krieg geführt wird und ziehen den Dialog als Mittel für eine Überwindung der Kontroverse nicht in Betracht. Alle wollen die Lösung mit Bomben erreichen. Dies ist sehr traurig, es ist schrecklich, denn es wird sich nichts ändern. Es ist eine Niederlage für die Menschlichkeit“.

Was den Beschluss der Behörden in Tripolis anbelangt, einheimische Stämme an der Vermittlung auf der Suche nach einem Ausweg aus der Krise in der Stadt Misurata zu beteiligen, die seit Wochen Zentrum dramatischer Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und regulären Streitkräften ist, und wo die Situation der Zivilisten sich dramatisch zugespitzt hat, sagt Bischof Martinelli: „Ich glaube, dass dies sehr vernünftig ist, denn die libysche Krise beschränkt sich nicht auf die Person Gaddafi alleine, sondern es betrifft das gesamte System der Beziehungen.
Man sollte sich dabei nicht auf Misurata beschränken, sondern einen Weg finden, der alle Stämme und den Reste der libyschen Bevölkerung am Dialog beteiligt“, so der Apostolische Vikar von Tripolis. (LM) (Fidesdienst, 27/04/2011)

Am folgenden Tag hieß es: Bischof Martinelli: „Heute Nacht wurden unschuldige Zivilisten in der Umgebung der Kirche aus dem Schlaf gerissen: Wie können die Vereinten Nationen so etwas zulassen?

Tripolis (Fidesdienst) – „Ich weiß nicht, welches Ziel in der Nähe der Kirche getroffen wurde, aber die Erschütterung durch die Bombe war schrecklich“, so der Apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli. „Wir wurden eine halbe Stunde nach Mitternacht aus dem Schlaf gerissen und ich weiß nicht, welches Ziel die Bomben treffen sollten“, so Bischof Martinelli. „Hier in der Umgebung wohnen viele Familien mit Kindern. Die Menschen verließen von der Panik ergriffen ihre Wohnungen und gingen auf die Straße. Es heißt, dass die Bomben gezielt abgeschossen werden, doch sie erschüttern das Leben unschuldiger Menschen. Wie kann man denken, dass man eine Stadt bombardiert, ohne dass dies Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung hat. Man versetzt die Menschen in Panik. Wie können die Vereinten Nationen so etwas zulassen?“, fragt sich der Apostolische Vikar in Tripolis. ….

Eine Woche zuvor schrieb die Agenzia Fides Bischof Martinelli: „Der Krieg kann die soziale Krise nicht lösen, sondern nur verschlimmern“

… „Gestern habe ich Journalisten und Mitarbeiter verschiedener Nichtregierungsorganisationen aus London getroffen, die sich über die Bedürfnisse der Bevölkerung informieren wollten“, so Bischof Martinelli. „Etwas hat mich bei diesem Gespräch besonders beeindruckt: meine Gesprächspartner baten mich immer wieder, die Wahrheit zu berichten, denn ihrer Ansicht nach seien in den vergangenen Wochen über Libyen zu viele Lügen verbreitet worden. [Martinelli spricht hier von der Delegation der “British Civilians for Peace in Libya”, die nach Libyen reiste um die Vorwürfe gegen die libysche Regierung, mit denen der Krieg gerechtfertig wurde, zu überprüfen. J.G.]

Darauf habe ich geantwortet“, so der Apostolische Vikar weiter, „dass ich nur erzählen kann, was mir selbst in den vergangenen Wochen passiert ist. Was die internationalen Medien berichten kann ich nicht bestätigen, da ich vieles nicht selbst erlebt habe.

Fest steht, dass es Vorurteile gegenüber der libyschen Führung gibt, und einige Entscheidungen zu rasch getroffen wurden. Es wurde für den Krieg entschieden, ohne vorher einen diplomatischen Weg zu suchen, der vielleicht möglich gewesen wäre. Dies ist etwas, was mir sehr leid tut“.

„In den 40 Jahren meines Dienstes in Libyen kann ich nur sagen, dass wir nie Schwierigkeiten hatten, wenn es um die katholische Gemeinde des Landes ging. Ich durfte Kranke und deren Pflegepersonal besuchen. Viele Ärzte und Krankenpfleger, die in Libyen tätig sind und die zum größten Teil Christen sind, haben ebenfalls keine Schwierigkeiten. Ich kann diese 40 Jahre, die ich hier zusammen mit meiner Herde erlebt habe nicht verleugnen“, so der Apostolische Vikar.
… „Gewiss, die Krise hätte verhindert werden können, wenn man den Bedürfnissen der jungen Menschen mehr Aufmerksamkeit gewidmet hätte. Doch der Krieg kann eine soziale Krise nicht lösen. Im Gegenteil, er verschlimmert das Ganze und es kommt zu einer Spirale der Zerstörung, aus der man nur schwer wieder herausfindet“, so Bischof Martinelli. … (LM) (Fidesdienst, 20/04/2011)

JGuilliard - 29. Apr, 14:04

 

http://jghd.twoday.net/STORIES/bischof-martinelli-bombenangriffe-niederlage-fuer-menschlichkeit/

British Civilians for Peace in Libya: : “Gewalt gegen Zivilisten wurde übetrieben”

Seit die Situation in Libyen eskalierte, forderte die libysche Regierung immer wieder eine unabhängige internationale Untersuchung der Ereignisse. Die UNO stellte sich taub, stattdessen gab der Sicherheitsrat das Land zum Abschuss frei. Britische Aktivisten halten, nach Recherchen vor Ort, die Vorwürfe gegen die libysche Führung für völlig übertrieben.

Die Bundesregierung gab nun in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Die Linke) zu, es lägen keine Informationen über Angriffe der libyschen Luftwaffe auf Zivilisten vor und es gebe auch keine Belege dafür, dass die libysche Luftwaffe sich nicht an die Zusagen eines Waffenstillstands gehalten habe oder überhaupt flächendeckend und systematisch zur Bombardierung von Zivilisten eingesetzt wurde. (Kamil Majchrzak, Kriegslügen und die Erosion des Völkerrechts, Telepolis, 29.04.2011)
Obwohl genau mit diesen Vorwürfen die Kriegs-Resolution des Sicherheitsrats begründet wurde, die Deutschland durch Stimmenthaltung passieren ließ, fand man es nie nötig, dem genauer nachzugehen und dem Krieg gegebenenfalls die Legitimation zu nehmen.

Eine Gruppe engagierter Briten machte der sogenannten „internationalen Gemeinschaft“ vor, wie es geht: Die “British Civilians for Peace in Libya“ stellte eine kleine „Fact Finding“-Kommission zusammen, um in Libyen vor Ort die ganzen Vorwürfe gegen die libysche Regierung zu untersuchen. (es gibt nur eine Facebook-Seite der Gruppe , Infos zur Reise und Bilder/Videos aus Libyen findet man ganz am Ende, beginnend mit dem 8.April)

Die Teilnehmer – u.a. Wissenschaftler, Ärzte, Rechtsanwälte und Journalisten – machen keinen Hehl daraus, dass sie keine Experten sind. „Wir sind unzureichend, aber wir sind die einzigen die dies tun. Notwendig ist eine unabhängige internationale Untersuchungsmission durch eine professionelle, glaubwürdige und akzeptable Organisation.“

Sky News, Guardian und einige andere britische Medien berichteten über die Ergebnisse der Untersuchung, deutsche Medien nahmen sie nicht zu Kenntnis. Bei Globalresearch findet man neben dem Bericht von Sky auch die Presserklärung der Delegation. Ihren „Zwischenbericht“ findet man hier.

Das Untersuchungsteam war eine Woche in Libyen und bereiste dabei neben Tripolis auch eine Reihe anderer Städte im Westen des Landes. Auch wenn sie bei ihrem Besuch von Vertretern der libyschen Regierung libyschen NGOs betreut wurden, hätten sie offen mit Organisationen und Personen reden können.
Zu den Befragten zählt auch der apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Martinelli, der sich der katholischen Agenzia Fides. Gegenüber sehr beeindruckt von dem Team zeigte. (siehe Bischof Martinelli aus Tripolis: „Bombenangriffe: eine Niederlage für die Menschlichkeit“)

In ihren „Interim Report“ Bericht stellen sie fest, dass sie zwar in der Lage gewesen waren, zivile Opfer der Nato Bombenangriffe zu bestätigen”, aber ” keine Hinweise dafür fanden, dass Regierungstruppen in den drei Gebieten von Tripolis, die in der UN Resolution 1973 aufgeführt werden, Bombardierung durchgeführt hätten.
Die Gruppe kritisiert in ihrem Bericht scharf die einseitige Berichterstattung durch die westlichen Medien, die ihrer Pflicht wahrheitsgemäß und ausgewogen zu berichten, nicht nachkommen. Während die in Tripolis stationierten britischen Journalisten wochenlang keine Beweise für NATO-Bomben-Opfer finden konnten, registrierte das Team an einem einzigen Morgen innerhalb von drei Stunden sieben Todesopfer.
Die Möglichkeiten eines privaten Teams sind sehr begrenzt und in den Medien wird den „Civilians for Peace“ natürlich Parteilichkeit vorgeworfen. Doch im Unterschied zu ihren Kritikern haben vor Ort so gut sie konnten recherchiert und liefern interessante Informationen. Wen es nicht überzeugt, soll selber nachschauen.

110419

Papst Benedikt besorgt über Libyen und Syrien

 

Mit großer Sorge verfolgt Benedikt XVI. die Nachrichten über Luftschläge der Nato in Libyen. Das sagte er an diesem Sonntag in Rom beim Gebet des österlichen „Regina Coeli“ vom Fenster seines Arbeitszimmers aus.

                         

„Der dramatische bewaffnete Konflikt in Libyen hat eine große Zahl an Opfern gefordert und führt vor allem in der Zivilbevölkerung zu großem Leid. Ich bitte von neuem darum, vom Weg der Gewalt wieder zum Weg der Verhandlungen und des Dialogs zurückzukehren – mit der Hilfe internationaler Organismen, die sich um eine Lösung der Krise bemühen. Ich stehe im Gebet und in innerer Anteilnahme hinter dem Engagement der Kirche vor Ort, die vor allem durch Ordensfrauen in den Krankenhäusern der Bevölkerung beisteht.“

Ein zweiter Appell des Papstes an diesem Sonntag galt Syrien, wo die Panzer des Regimes von Baschar al-Assad gegen Straßendemonstrationen vorgehen.

„In Syrien müßte man dringend zurückfinden zu einem einvernehmlichen Zusammenleben. Ich bete zu Gott, dass es in dieser Heimat großer Religionen und Zivilisationen kein weiteres Blutvergießen mehr geben möge. Und ich bitte die Behörden und alle Bürger, keine Anstrengung zu scheuen, um das Gemeinwohl zu sichern und die legitimen Rufe nach einer Zukunft in Frieden und Stabilität zu hören!“

 

RV-110515

Bischof Martinelli: „Wir brauchen einen Waffenstillstand, damit die Zivilbevölkerung durchatmen kann“

Tripolis (Fidesdienst) – „Ich möchte noch einmal betonten, dass ich nie gesagt habe, dass Gaddafi verletzt sei oder sich gar ins Ausland abgesetzt haben soll“, so der Apostolische Vikar in Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli, im Hinblick auf jüngste Berichte der internationalen Presse zum Fidesdienst. „Meine Position habe ich auch schriftlich dem italienischen Außenministerium mitgeteilt“, so Bischof Martinelli weiter, „und dabei den Wunsch geäußert, dass die italienische Regierung einen Waffenstillstand unterstützt, wie ihn auch der Heilige Vater und die Vereinten Nationen fordern.“
Bischof Martinelli erinnert auch daran, dass „es bei einem Angriff in Marsa Brega 16 Tote gab und weitere Menschen in anderen Teilen von Tripolis ums Leben kamen. Die Luftangriffe fordern also weitere Todesopfer. Ein Waffenstillstand erscheint mir dringend notwendig, damit die Zivilbevölkerung durchatmen kann. Auch heute Nacht gab es wieder verschiedene Luftangriffe. Den heftigsten haben wir heute Nacht um 3.00 Uhr gehört. Man kann nicht mehr schlafen.“
„Als Kirche“, so Bischof Martinelli, „sind wir weiterhin praktizierend, und dies gilt auch für die noch anwesenden ausländischen Gläubigen. Gestern nahmen wieder viele Gläubige an der heiligen Messe teil. Bei unserem Gebet bitten wir um die Gnade des Friedens und der Aussöhnung. Gewiss, gibt es auf beiden Seiten Schuld, die der Vergebung bedarf, doch es kann keine Vergebung geben, so lange Bomben abgeworfen werden“, so der Apostolische Vikar abschließend. (LM)

(Fidesdienst, 14/05/2011)