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30.7.2009 von dragonX6.
Damit dieser Blog wirklich in´s Laufen kommt, muss auch die Umgebung aktiviert werden. Dazu gehört meine Website http://www.harald-oberhem.de. Das wird aber noch ein wenig dauern, nicht zuletzt aus technischen Gründen.
Funktionsfähig hingegen ist nach wie vor die zum Dragon-Blog gehörige Foto-Site, die mehr sein soll als ein Bildarchiv. Es geht hier eher um eine „Kommentierung“ oder Ergänzung zu den Beiträgen des Dragon-Blog.
Als Material-Sammlung kommt jetzt die Site http://www.blog-info.harald-oberhem.net dazu. Hier finden sich eigene Texte (oder solche, an deren Erarbeitung ich maßgeblich beteiligt war) zu den Bereichen Ethik, Rezensionen, Militärseelsorge, Bundeswehr und Einsätze. Unter „Quellentexte“ sind solche Dokumente abgelegt, auf die Dragon-Blog Bezug nimmt, ohne dass sie an anderer Stelle im Internet greifbar wären.
Harald Oberhem
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17.7.2009 von dragonX6.
Vor kurzem wurden an dieser Stelle noch Platzvorteile der Katholischen Militärseelsorge in einem „kraftvollen“ kirchlichen Internet-Zweig gerühmt. Das stimmt nach wie vor. Die Brüder und Schwestern der anderen Konfession haben hingegen seit Luthers Nutzung der Buchdruckerkunst im gedruckten Wort traditionell eine dominante Position. Das stellen – wieder einmal – die unter dem Namen „zur sache.bw“ erscheinenden „EVANGELISCHEN KOMMENTARE zu Fragen der Zeit“ unter Beweis, die unter der Redaktion von EKA-Dekan Dirck Ackermann im Auftrag des Evangelischen Militärbischofs herausgegeben werden. Nummer 15 (Juli 2009) befasst sich mit der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und ihren Folgen. Da entfaltet sich ein thematisch und positionell breites Spektrum, von der Wallstreet bis zu Max Webers Kapitalismustheorie, von Mikrokrediten in Indien bis zum Toten weil fischlosen Meer vor Senegals Küsten. MdB´s von der Linken (erstplatziert, zur Millionärssteuer), den Grünen (ökologische Richtung des Kapitalismus), der Union („keine Systemfrage“) bis zu den Sozialdemokraten („starker Staat“) bringen Programmatisches auf den (präzisen) Begriff. Alle Beiträge sind kurz, gut gegliedert – auch optisch – und lebhaft bebildert. Theologie und Ethik zum Thema fehlen nicht, auch nicht eine kritische Auseinandersetzung mit der jüngsten Unternehmer-Denkschrift der EKD. Sogar die geistlichen „Zwischenrufe“ wollen nicht überblättert werden. Es ist schon echt pfiffig, wie etwa Seelsorge-Pressesprecher Walter Linkmann das Jesus-Gleichnis von den Talenten unter den Rahmenbedingungen des fortgeschrittenen Kapitalismus zum Klingen bringt. Wie schön, dass sogar noch Platz für die Besprechung des Handbuchs der ev. Bundeswehrseelsorge zur „Friedensethik im Einsatz“ blieb!
Zugegeben: „zur sache.bw“ verlangt schon intellektuelle Anstrengung. Aber die geleistete Aufbereitung erleichtert den Zugang und motiviert zur Lektüre – immer wieder.
Doch auch ein breiteres Publikum muss nicht die gedruckte Ansprache durch die Söhne und Töchter Luthers missen. Das „JS-MAGAZIN-Die evangelische Zeitschrift für junge Soldaten“ (!) wendet sich wesentlicheren Gender-Fragen zu als der Kurz-Titel vermuten lässt. In seiner Juli-Ausgabe geht es u.a. um “die Wünsche der Mädels: im Herzen. Im Bett. Im Ernst.“ Und in der Tat, auf zwei Seiten wird Bedenkens- und Diskussionswertes zu Beziehungskisten präsentiert. Aber das in einer Kirchenzeitung für Soldaten/Soldatinnen? Mutig ist das 3-Seiten-Interview mit dem bekannten Oberstarzt a.D. Reinhard Erös mit seiner Sicht des Afghanistankonflikts und möglichen Lösungen. Auch das ist für ein in Diensträumen der Bundeswehr verbreitetes Blatt keine Selbstverständlichkeit. Und alles ist kurz, vielfältig und bunt. Und die Fotos und Graphiken sind eine Wucht, genauer: eine Botschaft in sich selbst, keine Dekoration.JS, so ist zu hören, war im letzten Jahr Kunde derselben Agentur, die jetzt dem neuen „Y“ neuen Schliff verleihen sollte. Beiden Blättern scheint diese Kur gut zu bekommen!Auch dieses Blatt für die „Jungen“, verantwortlich von Dorothea Siegle gemacht, hat Dirck Ackermann unter seinen von der EKD bestellten Herausgebern. Bravo!
Da kann man nur hoffen, dass diese Zeitschriften auch beim Leser ankommen. Physisch, ist gemeint, denn die Produkte als solche stimmen. Aber beim Militärpfarramt wird deswegen nicht jeder Soldat/Soldatin über die Schwelle springen wollen. Die Verteilerorganisation sollte der Modernität der Blätter gleich kommen. Vielleicht klappt sogar eine Individualzustellung per Dienstpost, Bestell-Mail genügt!
Eine zweite Anregung richtet sich an Vorgesetzte aller Ebenen. „zur sache.bw“ und JS bieten vielfache Anregungen zur Diskussion. Es muss nicht immer aktuell oder Y sein! Aprospos: die Mitarbeiter der Seelsorge beider Kirchen sollten die Blätter der jeweils anderen aufmerksam zur Kenntnis nehmen.
Und schließlich, ein Drittes: Auch die evangelischen Blätter gehören in´s Netz. Das erst macht sie bundeswehrweit erreichbar – und darüber hinaus. Auch in unseren Kirchen, in der ganzen zivilen (Mehrheits-)Gesellschaft sollte man erfahren können, was Kirche unter den Soldaten den Ihren zu sagen hat.
P.S.Na ja, man mag es kaum noch wiederholen: Aus dem gezeigten Mut zu Themen und „Mache“ wird erst Tapferkeit (vor dem Freund!), wenn der Leser Online reagieren kann. Dann kommen neue „Minuten der Wahrheit“. Aber will die Kirche nicht „zur Freiheit befreien“ (Gal 5,1)?
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